Ein Holzbau in Bewegung
Schwimmende Sauna von Rabagast Studio in Norwegen
Erst schwitzen, dann abtauchen: In nur zwei Wochen baute das von Architekturstudierenden geführte Rabagast Studio aus Trondheim eine Sauna auf einem norwegischen See. Konstruiert wie ein Boot, verbindet der Entwurf für den Biohof Opaker Gård experimentelle Formen mit verkohltem Holz und Polycarbonat.
Schöner könnte die Kulisse für einen entspannenden Saunagang kaum aussehen: Auf einem kleinen Waldsee in der Nähe des Biohofs Opaker Gård nordöstlich von Oslo schaukelt WaterCave auf dem Wasser. Gebaut hat die Sauna Rabagast Studio, ein von Student*innen der Norwegian University of Science and Technology geleitetes Architekturbüro.Innerhalb von zwei Wochen errichtete das Team den Holzbau auf einem vorhandenen Ponton. Die schwimmende Schwitzhütte soll nicht nur den Gästen von Opaker Gård zugutekommen. Die Betreiberfamilie führt neben der Landwirtschaft auch ein Seminar- und Eventhaus, öffnet den Bau aber bewusst für alle. Als Ort der Begegnung ist die Sauna zugleich ein Geschenk an die gesamte Gemeinde.
Grundriss mit Twist
Den Bauherr*innen war wichtig, dass das Team von Rabagast Studio über die reine Funktion hinausdenkt. Neben den funktionalen Anforderungen – eine Sauna mit Platz für sechs Personen – sollte der Holzbau einen künstlerischen Anspruch haben und mit klassischen Formen und Erwartungen brechen. Die umliegenden Hügel und Wälder dienten den Studierenden dabei als Bezugspunkte. Nach vier Tagen intensiver Planung einigten sie sich auf einen quadratischen Grundriss, der in subtile Winkel verdreht ist.
Handwerk trifft Raumfahrt
Als Dämmung wurde ein Low-E-Material aus der Luft- und Raumfahrt eingesetzt. Außen bleibt die Holzkonstruktion sichtbar. Eine Seite ist mit Schindeln aus Holzresten verkleidet. Das asymmetrische Dach besteht aus weißem, gewelltem Polycarbonat und soll durch seine steile Neigung auch bei starkem Schneefall nicht überlastet werden. Neben dem Schornstein des Sauanofens öffnet ein großes Fenster den Blick über den See. Auf der gegenüberliegenden Seite bieten ein überdachter Bereich Platz für Brennholz und eine eingebaute Bank Gelegenheit zum Sitzen. Im Inneren der Sauna bildet verkohltes und mit Leinöl behandeltes Holz an den Wänden einen markanten Kontrast zu den Sitzbänken aus Espenholz, die dem Fenster zugewandt sind.
Der schwimmende Untergrund stellte das Team vor Herausforderungen. Es musste die Sauna so platzieren, dass die gesamte Konstruktion stabil blieb. Um ihr Gewicht auszubalancieren, steht sie nun leicht schräg auf dem Ponton. Die Arbeit der Studierenden glich zeitweise eher der von Bootsbauer*innen als der von Architekt*innen. Entstanden ist eine Sauna, deren Form nicht nur gestalterischen Ideen folgt, sondern auch den Bedingungen ihres schwimmenden Standorts.
| Projektname | WaterCave |
| Entwurf | Rabagast Studio |
| Ort | Kirkenær, Norwegen |
| Fläche | 33 Quadratmeter |
| Fertigstellung | 2025 |
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