Ganz weit vorn in zweiter Reihe
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Arrow ist kein gewöhnliches Wohnhaus. Mit seiner extravaganten und asymmetrischen Architektur hebt sich das Haus von seiner Umgebung ab. Dennoch ist es nicht von seinem Umfeld isoliert. Durch seine raffinierte Architektur, die mit dem Wechsel von offenen und geschlossenen Flächen spielt, ist den Architekten von Apollo Architects & Associates die Integration eines modernen Wohn- und Arbeitshauses in eine lange bestehende Siedlung in Tokyo gelungen.
Baugrund ist in Japans Ballungsräumen bekanntlich rar. Auf einem noch freien Platz in zweiter Reihe im Tokyoter Stadtteil Shinagawa bauten die Architekten von Apollo Architects & Associates das Arrow-Haus. Lang, schmal und mit nach hinten hin schräg verlaufenden Wänden, passt sich das Haus an das verwinkelte Grundstück an. Konzeptionell wiederholen sich asymmetrische Flächen und Formen rhythmisch in der gesamten Architektur. An das hohe, nach Norden hin abfallende Satteldach grenzt eine Mauer, die sich wie ein herabgreifender Arm diagonal nach vorne zur Straße hin streckt. Sie schottet das Grundstück zum direkt angrenzenden Nachbarhaus ab und schafft Privatsphäre. An ihr entlang führt eine lange, flache Treppe empor in den ersten Stock auf einen Balkon und direkt zum Haupteingang. Die Treppe überbrückt die Distanz zwischen der Straße und dem zurückversetztenArrow-Haus und wird zum Markenzeichen der gläsernen Fassade des Hauses.
Transparente Grenzen
Raffiniert wie die Architektur ist auch das Lichtkonzept. Über zwei Stockwerke erstreckt sich eine Glasfassade und hebt durch eine Transparenz die Grenzen zwischen dem Innen- und Außenbereich auf. Tageslicht fällt durch große, geschickt in die Architektur platzierte Glasscheiben ein und durchflutet vor allem die erste Etage. Ihr Eingangsbereich wird durch Tageslicht, das durch die Glasfront fällt, erhellt. Ein großes Seitenfenster, das bis zum Boden reicht, sorgt für eine natürliche Beleuchtung des hinteren Bereichs der Etage und schafft gleichzeitig Nähe und Blickkontakt zur Nachbarschaft. In die Decke sind schlitzartige Fenster eingelassen. Sie dienen zusätzlich als natürliche Lichtquelle. Das einfallende Licht belebt den Raum mit einem kontrastreichen Schattenspiel. Nachts bieten sie einen unverstellten Blick in den Sternehimmel.
Loft im Haus
Offen ist auch das Wohnkonzept, das in der oberen Etage ohne trennende Wände auskommt. Ein langer, schmaler Wohnraum geht in Küche und Essbereich über. Lediglich eine Stufe mitten im Raum trennt die Teilbereiche voneinander. Über der Küche ist eine Ebene mit einer asymmetrischen Grundfläche eingezogen, die das Konzept der Architektur im Inneren fortführt. Als lichtdurchflutetes Loft erweitert sie die Wohnfläche. Durch die fehlenden Wände und das hohe Satteldach gewinnt der Wohnraum an Volumen und wirkt optisch größer und luxuriöser. Eine schmale Treppe führt ins Erdgeschoß hinab. Parterre wird gearbeitet. Im Erdgeschoss befindet sich ein modern ausgestattetes Fotostudio. Außerdem finden ein mit einerGlaskabine abgetrenntes helles Bad und zwei Schlafzimmer Platz.
Pure Klarheit
Die Einrichtung ist wie die Architektur – minimalistisch. Weiße Wände sorgen für eine helle, angenehme Atmosphäre und unterstützen das große Raumvolumen. Ein hölzerner Parkettboden sorgt für Gemütlichkeit und wohnliche Wärme. Die minimalistische Einrichtung mit ihren unscheinbaren Einbauschränken lässt den Wohnraum nicht nur größer erscheinen, sondern sorgt auch für ein pures Gefühl von Klarheit und Komfort.
Mit seiner weißen Fassade und asymmetrischen Form hebt sich das neue Haus auffallend von seiner Umgebung ab. Trotzdem integrieren die offenen Glasflächen das Haus in sein Umfeld, indem sie mit fließenden Grenzen für einen Austausch zwischen Innen und Außen sorgen. Vor allem die Aussicht durch die schlitzförmigen Dachfenster, die nachts einen Blick in den Sternenhimmel ermöglicht, lässt die räumliche Enge zur Nachbarschaft und dicht bevölkertem Wohngebiet der Millionenstadt vergessen.
FOTOGRAFIE Masao Nishikawa
Masao Nishikawa
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Projektarchitekten
APOLLO Architects & Associates
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