Gelenktes Licht
Londoner Wohnhaus mit Verschattungstricks von McMahon Architecture
In einem Einfamilienhaus aus Holz und Backstein im Londoner Osten arbeitete die Architektin Louise McMahon mit Verschattungstricks, die sich in südlichen Ländern bewährt haben. In diesem Fall schützen sie die Privatsphäre des Bauherrn und versorgen auch dunkle Ecken mit Tageslicht.
Manchmal braucht es einen langen Atem, um gute Ideen umzusetzen. Im Fall des Leyton House wartete die Architektin Louise McMahon zwei Jahre auf die Genehmigung der Behörden, um im Londoner Osten einen Ort zum Leben und Arbeiten für den Filmemacher und Autor Max Barron zu bauen. Von außen zeigt sich das Haus als zwei aufeinander gesetzte Kuben mit einem skulpturalen Schornstein aus Ziegeln. Eine Verkleidung der Fassade aus weiß geölter sibirischer Lärche mildert die industrielle Wirkung ab.
Optimale Raumnutzung
Was Passant*innen verborgen bleibt: Das Haus ist größer als es scheint. „Das Grundstück hatte die Genehmigung für ein Haus von etwa 90 Quadratmetern, aber wir haben es geschafft, mehr als das Doppelte davon zu erreichen, indem wir das unterirdische Potenzial maximiert haben“, sagt die Architektin. „Durch das Untergeschoss gelang es uns, die oberen Stockwerke von Nebenräumen zu befreien und ein offeneres Zuhause zu schaffen.“
Verlängerte Innenräume
Die untere Ebene plante Louise McMahon um zwei Lichthöfe herum. Die Raumhöhe trägt zur großzügigen Wirkung bei. Dort ist Platz für Gästezimmer, Bad, ein Arbeits- und Hauswirtschaftsraum. Im Erdgeschoss befindet sich der Wohnbereich mit Küche und Esszimmer. Eine vordere und eine rückwärtige Terrasse bezog die Architektin als verlängerte Innenräume in die Planung ein. So ist das Erdgeschoss von zwei Höfen eingerahmt. Sie ermöglichen, dass das Tageslicht tief in den Grundriss eindringt. Mauern aus Holz und Backstein setzen die architektonische Struktur fort und schützen den Bau.
Licht und Schatten
Licht ins Haus zu lassen und trotzdem die Privatsphäre des Bewohners zu schützen, war eine zentrale planerische Herausforderung. Louise McMahon begegnete ihr mit Kunstgriffen, die sich sonst vor allem in südlichen Ländern finden, um die heiße Mittagssonne abzuhalten. So erinnern Lamellen vor den Fenstern und Oberlichter sowie ein ummauerter Innenhof mit farbigen Wänden Max Barron an seine Zeit in Mexiko. Durch einen Rücksprung zwischen dem Erdgeschoss und dem erstem Stockwerk entsteht zudem ein Oberlicht, das sich über die gesamte Länge des Wohnbereichs erstreckt. Die Holzbalken liegen innen frei, modulieren das einfallende Licht und erzeugen ein Schattenspiel, das den Räumen tagsüber eine spezielle Atmosphäre gibt. Eine durchgehende Sitzbank aus Ortbeton grenzt im Erdgeschoss Küche, Ess- und Wohnbereich voneinander ab und gliedert auf diese Weise die Funktionen des offenen Raumes.
Ehrliche Materialien
Die von außen sichtbaren Baumaterialien setzen sich auch in den Innenräumen fort und sprechen für sich. Ein rötlicher Ziegelstein schlägt eine Brücke zur Nachbarschaft, während Betondetails und bündiger weißer Kalkmörtel seine solide Wirkung noch unterstreichen. Holzfronten in der Küche bilden einen natürlichen Gegenpol zu den Arbeitsflächen aus Beton. Im Untergeschoss umhüllen verschiedene Lehmtöne die Wände und Decken, was ein Gefühl der Abgeschlossenheit und Wärme vermittelt. Zugleich verbindet eine Lehmputzwand alle drei Stockwerke miteinander. Eine von oben beleuchtete Treppe führt zu den Schlafzimmern. Dort werden die Materialien weicher: Ein Korkfußboden und Einbauten aus Birkensperrholz geben den Räumen ihre natürliche Wirkung.
Trotz des einsehbaren Baugrundstücks gelang es der Architektin mit authentischen Materialien und durchdachten Details dem Gebäude Großzügigkeit und Ruhe zu geben. Blicke hält sie geschickt ab und ermöglicht dennoch dem Tageslicht, das Gebäude zu fluten.
FOTOGRAFIE Fernando Manoso
Fernando Manoso
| Projektname | Leyton House |
| Entwurf | McMahon Architecture |
| Ort | London, Großbritannien |
| Fläche | 188 Quadratmeter |
| Materialen | |
| Lehmverputz | Clayworks |
| Fenster und Türen aus Douglasie | Cambridge Joinery |
| Stahlkonstruktion für Treppen und Geländer | DSM Steel Design |
| Schiebetüren im Erdgeschoss | Maxlight |
| Schiebefalttüren für den Innenhof im Untergeschoss | Sunseeker |
| Korkfußboden im ersten Stock | Colour flooring |
| Tischlerarbeiten im ersten Stock aus Birkensperrholz | Grovecourt Ltd. |
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