Honigmond am Südpazifik
Ein Ferienhaus in Neuseeland nach Plänen des Architekten Andrew Patterson.
In Symbiose mit der Natur: Auf der neuseeländischen Halbinsel Banks Peninsula hat der Architekt Andrew Patterson ein Refugium für Frischvermählte errichtet, das mit eindrucksvollen Blicken auf den Südpazifik punktet.
An den Flitterwochen scheiden sich die Geister. Die einen zieht es in Städte wie Paris, Venedig oder New York. Die anderen bevorzugen exotische Destinationen mit endlosen Sandstränden und dicht gedrängten Kokospalmen. Dass es nicht immer nur die Insel-Klassiker Mauritius, Seychellen oder Malediven sein müssen, zeigt ein Refugium für Frischvermählte auf der neuseeländischen Halbinsel Banks Peninsula.
Wie eine sepiagetönte Antwort auf die schottischen Highlands stoßen sanft gerundete Hügel und aufragende Felsnadeln ans Meer. Anstatt mit üppigen Palmen ist die Landschaft mit sonnengebleichtem Gras bewachsen, das im Wind zu wogen beginnt wie die aufgepeitschte See. Der Grund für die spärliche Vegetation liegt im vulkanischen Ursprung der mehr als 1000 Quadratkilometer großen Halbinsel, die an ihrer höchsten Stelle 919 Meter emporragt.
Auf einer 1600 Hektar großen Farm errichtete der Architekt Andrew Patterson aus Auckland ein Ferienhaus mit unverstelltem Blick auf den Pazifik. Aufgrund seiner kompakten Größe erhielt das Gebäude den internen Spitznamen „das Flitterwochen-Domizil“. Ein Eingangsbereich, ein gemeinsames Wohn- und Schlafzimmer sowie ein Badezimmer: Mehr braucht es nicht für das Refugium, das mit der umliegenden Landschaft eins wird.
Ausgelöst wird dieser Effekt nicht nur vom offenen Grundriss und den bodentiefen Panoramafenstern, die den Innenraum scheinbar nahtlos nach außen fortsetzen. Auch in seiner Materialität zeigt sich das Haus im Wortsinne bodenständig. So wurde der Beton aus Felsbrocken hergestellt, die nur wenige Meter vom Baugrund entfernt gewonnen wurden. Für die Fassaden kamen vom Wasser rundgewaschene Steine vom Strand zum Einsatz. Und das Flachdach wurde mit jenem Gras bepflanzt, das auch den umliegenden Hügeln ihre markante Erscheinung verleiht.
Spiel der Elemente
Im Innenraum wird vor allem eines groß geschrieben: Wärme. Die in den Berghang eingelassenen Rückwände sind vollständig mit Felssteinen verkleidet. Als wirksames Mittel gegen den Hall verwendete Andrew Patterson Deckenpaneele aus kalifornischem Monterey-Zypressenholz, aus dem zugleich die Einbaumöbel im Schlafzimmer, im begehbaren Kleiderschrank sowie in der Abstellkammer gefertigt wurden. Die Farbigkeit des versiegelten Betonbodens wird mit grau bezogenen Polstermöbeln aufgegriffen, während ein keilförmiger, schwarzer Metallkamin einen gelungenen Kontrapunkt zur Weite des sich dahinter ausbreitenden Meeres setzt. Dass sich die Frischvermählten auch beim Schaukeln in Eero Aarnios transparentem Ball Chair nicht beobachtet fühlen müssen, ist eine weitere Qualität dieses stimmig durchkomponierten Ferienhauses: Es ist so abgelegen, dass es nur mit einer 40-minütigen Geländewagenfahrt oder per Helikopter erreicht werden kann.
FOTOGRAFIE Simon Devitt
Simon Devitt
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