Projekte

Klassiker macht Schule

Die Blavatnik School of Government in Oxford von Herzog & de Meuron

von Tanja Pabelick, 22.10.2016

Die beschauliche Stadt Oxford im Süden Englands ist mit ihrer altehrwürdigen Hochschule ein Synonym für Bildung auf höchstem Niveau. Zur Gestaltung des Neubaus der „Schule für Regierungsstudien“ wurden jetzt die Schweizer Avantgardisten von Herzog & de Meuron eingeladen. Mit ihrem Gebäude zeigen sie von der Fassade bis zur Möblierung von Wilkhahn ästhetische Sensibilität für den Ort und seine Funktion.

Zwei klassische Typologien der westlichen Demokratie haben das Innere der Blavatnik School of Government bestimmt: Die griechische Agora und das Amphitheater. Die eine steht für einen sozialen Marktplatz, die andere für eine feierliche Arena. Beide Orte eint der kommunikative Moment und die das Publikum gleichstellende Raumstruktur. Der Bau selbst steht in einer heterogenen städtebaulichen Situation, ist als in Scheiben gestapelter Körper inszeniert und bezieht sich formal lediglich mit dem ersten Geschoss auf die Nachbarbauten. Die das Licht und die Umgebung reflektierende Glasfassade wirkt als Spiegel. Sie fügt die Architektur zeitgenössisch in den neoklassizistischen Kontext ein.

Einladung zur Umgestaltung
Die Studenten erlernen in der Fakultät die „Kompetenz der Regierungsverantwortung“, was sich im räumlichen Aufbau über eine Inszenierung von Kommunikation, Offenheit und Austausch zeigt. Im Zentrum liegt ein Atrium, das alle Bereiche erschließt und sich darüber hinaus zu weiteren räumlichen Situationen öffnet. Soziale studentische Interaktion kann auf den offenen und luftigen Galerien stattfinden, auf den Stufen des Auditoriums im Erdgeschoss oder einer durch den Raum fließenden Sitzbank. Die Nutzung ist dabei auf Flexibilität ausgelegt. Mit Sitzhockern und Beistelltischen kann im offenen Raum und in Nischen immer wieder individuell auf die jeweilige Situation eingegangen werden.

Auditorium schwarz-blond
Die Schule folgt konsequent dem Konzept eines „offenen Forums“, das zur  unmittelbaren Diskussion und Reflexion der Lehrinhalte einlädt. Der Unterricht findet in geschlossenen Seminarräumen und Hörsälen im Obergeschoss statt. Räumlicher Höhepunkt im Sinne eines Audimax ist ein halbrundes Auditorium, das mit hellen Holzleisten an Tischfronten und Wänden, sowie anthrazitfarbenen Böden und Flächen ausgestattet ist. Durch die Amphitheater-Typologie ergibt sich beim Blick von den Rängen nach unten ein durch dunkle Nuancen dominiertes Bild, während der Dozent vorrangig die blonden, naturbelassenen Hölzer sieht.

Konzentration durch Ergonomie
Der Hörsaal ist ein Ort der Konzentration, der durch visuelle Askese und durch die Ergonomie der Möblierung entsteht. Bei der Bestuhlung entschieden sich Herzog & de Meuron für Wilkhahns Bürodrehstuhl Modus. Sein elegantes Erscheinungsbild und seine dynamische und besonders kompakte Synchronautomatik haben ihm den Status eines Klassikers für die Arbeitswelt eingebracht. Er reagiert körpersynchron auf Bewegungen. Rückenlehne und Sitzfläche senken sich dynamisch ab und die Schwenkplatte aus Aluminium ist Funktionselement und gestalterischer Akzent. Mit Modus ist fühlbarer Komfort und eine ausgeklügelte Ergonomie auf den Campus gezogen, die nicht zuletzt die Aufmerksamkeit und Konzentration der Zuhörer fördert.

Klassen treffen auf Klassiker
Die Blavatnik School of Government setzt bewusst auf eine Möblierung, die sich von klassischen Schul-Typologien abwendet und sich an der Ausstattung moderner Büros orientiert. Eine zeitgeistige und zukunftsweisende Entscheidung, die auch den endgültigen Abschied von starren Lehrstühlen einläutet. Oxford ist bereits die zweite Lehranstalt, die auf Wilkhahns ausgeklügelte Sitzlösungen setzt: Zuletzt hat auch die amerikanische Elite-Universität Yale ihr neues, von Sir Norman Foster entworfenes Gebäude mit Modus-Stühlen eingerichtet.

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Architekten

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