Kleines Raumwunder
Mikroapartment in Barcelona von LAMA Studio
In Barcelona hat das Architektur- und Interiordesignbüro LAMA Studio einen Geschäftsraum in ein Mikroapartment verwandelt. Der architektonische Clou ist ein Mezzanin, in dem sich das Schlafzimmer befindet.
Laia Freixes Ramoneda und Marta Bartolomé Roca scheinen ein Faible für kleine Wohnungen zu haben. Die beiden Gestalterinnen haben mit ihrem Architektur- und Interiordesignbüro LAMA Studio bereits mehrere Mikroapartments entworfen und dabei die konstruktiven Herausforderungen des begrenzten Platzangebots kreativ gemeistert. Bei ihrem Projekt namens Castillejos II ging es darum, einen früher gewerblich genutzten Raum mit einer Fläche von nur 54 Quadratmetern in eine loftartige Wohnung umzuwandeln. Der Raum liegt im Erdgeschoss eines historischen Gebäudes in Barcelonas Stadtteil Eixample und verfügt über große Fensteröffnungen zur Straße hin, die für natürliches Licht sorgen. Außerdem bietet er einen rückseitigen Innenhof sowie eine Deckenhöhe von weit über drei Metern.
Raumgliederndes Mezzanin
Insbesondere die Höhe des Raums beflügelte die Fantasie der Planerinnen: Um die vorhandene Wohnfläche zu erweitern, zogen sie im mittleren Teil ein Mezzanin ein, das nun ein Schlafzimmer beherbergt. Das über eine filigrane Metalltreppe zugängliche Zwischengeschoss ist in zwei Bereiche gegliedert, wobei der dazwischenliegende Gang tiefer liegt, sodass der Zugang zum Schlafzimmer aufrecht begehbar ist. Durch die mittige Anordnung entsteht auf beiden Seiten des Mezzanins ein großer, offener Raum mit voller Deckenhöhe. Während der vordere als Küche und Esszimmer genutzt wird, befindet sich im hinteren ein ruhiges Wohnzimmer. Der Bereich unter dem Zwischengeschoss bietet darüber hinaus Platz für ein Badezimmer, einen Abstellraum sowie einen Einbauschrank.
Gefühl von Geräumigkeit
Um die Mezzanin-Konstruktion auch optisch zum bestimmenden Element des Projekts zu machen, wurde die tragende Metallstruktur durch einen kastanienbraunen Anstrich hervorgehoben. Ein interessantes gestalterisches Detail sind zudem die Riffelglasfenster, die einerseits natürliches Licht ins Schlafzimmer bringen und damit ein Gefühl von Geräumigkeit vermitteln, andererseits aber auch das nötige Maß an Privatsphäre bieten. Der lichtdurchflutete Gesamteindruck wird von den weißen Wänden und der originalen Gewölbedecke, die ebenfalls weiß gestrichen wurde, wirkungsvoll unterstützt. Durch den Erhalt der alten Decke mit ihren Holzbalken und gefliesten Gewölben wurde daneben auch etwas vom ursprünglichen Charakter des Raums bewahrt. Als feiner Kontrast zur Decke rundet ein moderner Bodenbelag aus Mikrozement in einem warmen Grauton das Gestaltungskonzept ab.
FOTOGRAFIE Marek Jarosz Marek Jarosz
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