Konzerthaus im Garten
Mit Robotertechnik hergestellter Holzbau von Automated Architecture
Das britische Studio Automated Architecture entwickelt mithilfe von Robotertechnik und Automatisierung nachhaltige und modulare On-Demand-Lösungen für Wohneinheiten aus Holz. In Bristol gestaltete das Team ein zehn Quadratmeter großes Gartenhäuschen, dessen Ausführung die Auftraggeber*innen komplett mitbestimmen konnten. Die Materialien wurden von einem lokalen Hersteller vorgefertigt und vor Ort installiert.
Für die kreative Arbeit bevorzugen viele Menschen separate Räumlichkeiten, um eine mentale Trennung zu den alltäglichen Tätigkeiten zu schaffen. So ging es auch einem jungen Musikerpaar aus dem englischen Bristol. Das vor Ort und in London ansässige Design- und Technologiestudio Automated Architecture (AUAR) entwickelte für die beiden eine Lösung, die ungewöhnlich und möglicherweise zukunftsweisend ist.
Anbau im Garten
Durch den Bau des Gartenhauses konnten das Musizieren mit Cello und Kontrabass sowie andere Arbeitstätigkeiten, für die Ruhe und Konzentration notwendig sind, in den Garten der Auftraggeber*innen verlagert werden. Der Rückzugsort im Grünen wurde direkt an eine Hauswand angeschlossen. Die moderne Holzhütte umfasst eine Fläche von zehn Quadratmetern, bodentiefe Verglasung, einen kleinen Schreibtisch und ausreichend Platz für die Instrumente.
Modularität durch Roboter
Der Entwicklungs- und Herstellungsprozess sind die Besonderheiten des Projekts. Automated Architecture hat sich der Nachhaltigkeit und der Optimierung von Vorgängen verschrieben. In der Ausführung setzt das Team daher auf Automatisierung und Modularität. In Abstimmung mit den Kund*innen werden Blöcke aus einer Holzart gefertigt, die häufig aus der Region stammt, und zu der gewünschten räumlichen Struktur zusammengefügt. Ein Industrieroboter stapelt die Holzplatten in eine kompakte Quaderform, sodass sie unkompliziert transportiert werden können. Handwerker*innen müssen die Elemente vor Ort nur noch aufbauen.
Individuelle Planung
Zu Anfang des Entwurfsprozesses findet zunächst eine Einigung über die Anzahl der Holzblöcke statt, an der schließlich die Kosten des gesamten Baus festgemacht werden. Diese werden auch im weiteren Verlauf nicht mehr angepasst. Das bedeutet jedoch keine Einschränkung, sagen die Architekt*innen. Denn auch mit einer begrenzten Menge an Holzmodulen können unterschiedliche Räume entstehen. Gemeinsam mit dem Paar aus Bristol wurden zahlreiche Varianten diskutiert. Manche Optionen enthielten abgeschirmte, verschlossene Räume und Vertiefungen, andere wiederum spielten mit kompakten oder offenen Formen. Letztendlich entschieden sich die beiden Musiker*innen für eine bodentiefe Verglasung, die eine Verbindung zu dem nach Südosten ausgerichteten Garten herstellt. Über dem Arbeitsplatz, der in eine Nische eingelassen wurde, befindet sich eine großzügige Dachöffnung, die für zusätzliche Beleuchtung durch Tageslicht sorgt.
In drei Wochen zum Häuschen
Der Nachhaltigkeitsgedanke hört aber nicht bei der Verwendung von Holz auf, sondern zeigt sich auch bei der Wahl aller weiteren Materialien. Das Dach des Gartenhauses besteht aus einem schadstofffreien, recycelbaren, synthetischen Kautschuk, auch EPDM genannt. Es wurde ein Gummiboden installiert und als Isolierung dient eine Schicht aus Papierzellulose. Die Herstellung der Blöcke dauerte zwei Wochen, der Aufbau des Gartenhauses insgesamt sieben Tage.
Mit automatisierten, aber dennoch individualisierten Prozessen strebt Automated Architecture ein Umdenken am Bau an, um kostengünstigen, nachhaltigen sowie attraktiven Wohnraum zu schaffen. Die Projekte können in drei Größen – S, M und L – ausgeführt werden. Die sogenannte Variante L bietet bis zu 50 Quadratmeter Platz. Außerdem sind, wie im Fall des Musikerpaares, auch Erweiterungen oder Anbauten möglich.
FOTOGRAFIE naaro
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