Licht mit Geschichte
TRILUX erneuert die Beleuchtung am Berliner Gendarmenmarkt
Partner: TRILUX
Historische Leuchten, neue Lichttechnik: Bei der Sanierung des Berliner Gendarmenmarkts hat TRILUX die denkmalgeschützte Platzbeleuchtung mit maßgeschneiderten LED-Lösungen ausgestattet – abgestimmt auf Stadtraum, Architektur und historische Erscheinung.
Der Gendarmenmarkt ist eines der Aushängeschilder Berlins. Dort fallen selbst kleine Veränderungen ins Gewicht. Deutscher und Französischer Dom sowie das von Karl Friedrich Schinkel entworfene Konzerthaus prägen das monumentale Ensemble, dazwischen spannt sich eine weitgehend offene Platzfläche auf. Auch Leuchten, Kandelaber und Bänke gehören zum charakteristischen Erscheinungsbild. Bei der jüngsten Sanierung galt es deshalb, nicht nur den Platz an heutige Anforderungen anzupassen, sondern auch seine Beleuchtung technisch zu erneuern, ohne den historischen Charakter zu verlieren.
Ein Platz mit mehreren Zeitschichten
Dabei ist der Gendarmenmarkt keineswegs nur ein Ensemble des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Seine heutige Gestalt geht wesentlich auf die umfassende Neugestaltung des damaligen Platzes der Akademie zwischen 1976 und den 1980er-Jahren zurück. In dieser Zeit wurden die kriegsbeschädigten Monumentalbauten wiederhergestellt und die Freiflächen neu geordnet. Seit 2021 steht diese Platzgestaltung als bedeutendes Zeugnis der DDR-Postmoderne unter Denkmalschutz.
Die nun abgeschlossene Sanierung umfasste rund 14.000 Quadratmeter und betraf weit mehr als die sichtbaren Oberflächen. Unter dem Platz entstand ein Regenwassermanagement-System, das Niederschläge speichert, filtert und dem Boden zuführt. Oberirdisch wurde das charakteristische Pflasterraster beibehalten und mit Naturstein erneuert. Zugleich ist der Platz nun barrierefrei erschlossen. Im März 2025 wurde der Gendarmenmarkt nach rund zweijähriger Bauzeit wiedereröffnet.
Alte Leuchten, neue Technik
Eine besondere Herausforderung stellte die denkmalgerechte Erneuerung der historischen Platzbeleuchtung dar. Zu ihr gehören die vier monumentalen, neunarmigen Kandelaber ebenso wie die kleineren Gilly-Leuchten. Die historisierende Ausstattung entstand während der Neugestaltung des Platzes in der DDR-Zeit und greift klassizistische Vorbilder von David Gilly und Karl Friedrich Schinkel auf. Im Zuge der aktuellen Sanierung wurden die historischen Leuchten restauriert und mit neuer LED-Technik ausgerüstet.
Bei den Kandelabern ging der Eingriff weit über einen Austausch der Leuchtmittel hinaus. Aufgrund erheblicher Schäden wurden sie insbesondere im Sockelbereich teilrekonstruiert und erhielten im Inneren eine neue Stahltragkonstruktion, die heutigen statischen Anforderungen entspricht. Historische Erscheinung und technische Konstruktion wurden damit voneinander entkoppelt: Was äußerlich vertraut geblieben ist, wurde konstruktiv und lichttechnisch grundlegend erneuert.
Für die Lichtplanung zeichnete das Ingenieur- und Lichtplanungsbüro ibb Burrer & Deuring verantwortlich. Die Leuchtenstandorte wurden teilweise neu geordnet, um die Sicht auf die Hauptfassaden frei zu halten und zugleich Wege, Platzflächen und Architektur differenziert zu erhellen. Ergänzende Schinkelleuchten – sechseckige, an der Berliner Gasbeleuchtung orientierte Laternen – verbessern die Illumination zuvor schwächer erschlossener Bereiche.
Vier Lichtpunkte als Erinnerung
Für die Integration der LED-Technik lieferte die Manufaktur von TRILUX projektspezifische Lösungen. Dabei spielte nicht nur die Lichtwirkung eine Rolle, sondern auch der Blick in die transparenten Laternenkörper. Die moderne Technik sollte an die historische Gasleuchtentypologie mit ihren vier Glühstrümpfen erinnern. Entsprechend erscheinen auch die neuen LED-Einsätze als vier Lichtpunkte. Die technische Modernisierung bleibt so selbst aus unmittelbarer Nähe gestalterisch an das historische Vorbild gebunden.
Hinter dem einheitlichen Erscheinungsbild arbeiten unterschiedliche Optiken. Die zentrale Leuchte der großen Kandelaber besitzt eine rotationssymmetrische Abstrahlcharakteristik. Die darum angeordneten Leuchten verteilen das Licht mit einer Planflächenstrahler-Optik weiträumig über den Platz. Für andere Positionen wurden asymmetrisch strahlende Optiken eingesetzt, mit denen sich Wege und angrenzende Flächen gezielt erfassen lassen. Speziallinsen wurden eigens auf die unterschiedlichen Beleuchtungsaufgaben abgestimmt.
Historisch adäquates Warmweiß
Mit einer Farbtemperatur von 2.700 Kelvin fügt sich das warmweiße LED-Licht in die nächtliche Atmosphäre des Ensembles ein. Seine Wirkung wurde nicht allein rechnerisch bestimmt: In mehreren Probebeleuchtungen wurden Lichtfarbe und Lichtverteilung vor Ort im Zusammenspiel mit dem vorhandenen Umgebungslicht beurteilt und mit dem Denkmalschutz abgestimmt.
Nach Einbruch der Dunkelheit wird die funktionale Differenzierung sichtbar. Die großen Kandelaber setzen vertikale Akzente und beleuchten weite Teile der offenen Platzfläche, während weitere Leuchten Wege und Randzonen erfassen. Die gezielte Beleuchtung des Bodens und der Seitenfassaden des Konzerthauses unterstützt dabei die räumliche Orientierung, ohne den Platz mit zusätzlichen Leuchtentypen zu überfrachten.
Die vielleicht entscheidende Qualität der neuen Beleuchtung liegt damit in einer Modernisierung, die sich visuell zurücknimmt. Historische beziehungsweise historisierende Gehäuse bestimmen weiterhin das Bild, während Tragkonstruktionen, Optiken und LED-Technik heutigen Anforderungen entsprechen. Nach Angaben von TRILUX reduziert die neue Lichttechnik den Energieverbrauch gegenüber der konventionellen Bestandsbeleuchtung um fast 50 Prozent.
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