Neue Methoden: Büro für Berater
Wenn sich Arbeitsprozesse ändern sollen, helfen neue Räume und neue Möbel: Bürointerior in Köln von Sam und Plankton gestalten.
Partner: BuzziSpace
Einsame Wölfe adé: Wie gestaltet man eine zeitgemäße Arbeitswelt für 250 Mitarbeiter eines Beratungsunternehmens? Sam und Plankton wussten schon vorher, worauf sie sich einlassen würden – und kannten die Büromöbel des belgischen Herstellers BuzziSpace.
Als die renommierte Beratungsgesellschaft Kienbaum 2017 ihren Sitz von Gummersbach aus dem Bergischen Land an den Rhein nach Köln verlegte, brauchte sie nicht nur neue Büros, sondern eine neu gedachte Arbeitswelt. Schließlich hat sich in den letzten zehn Jahren vieles verändert: Neue Prozesse erfordern neue Räume und neue Möbel.
Gründer Jochen Kienbaum übergibt gerade seinem Sohn Fabian Kienbaum, der gute Kontakte zur Start-up-Szene hält, die Unternehmensführung, während Tochter Laura Kienbaum als Architektin wiederum Bruder wie Vater beraten kann. Ihr Studio Sam und Plankton (Berlin, Hannover, Düsseldorf) hat die neuen Flächen für Kienbaum Consultants International im Kölner Airport Businesspark konzipiert, ausgebaut und eingerichtet. Ausgangspunkt für Laura Kienbaum und ihren Projektpartner Dominic Sackmann war das Briefing der Beratungsgesellschaft. Diese wünschte sich einen Arbeitsplatz, der mehr Raum bietet und außerdem flexibler und moderner im Vergleich zum Bürostandort in Gummersbach sein sollte. Was zunächst etwas vage klingt und viel Gestaltungsfreiraum beinhaltet, hat das Duo in ein Interior-Konzept übersetzt. Um den neuen Geist einziehen zu lassen, setzen Sam und Plankton auf offene Gebäudestrukturen, die sich vom klassischen Großraumbüro in vielerlei Hinsicht unterscheiden. Alles soll etwas anders aussehen, als man es kennt. „Inspirierend. Anders“, so wie Kienbaum sich auch selbst beschreibt.
Da die Methoden der verschiedenen Unternehmensbereiche voneinander variieren, ergaben sich auch diverse funktionale und akustische Anforderungen: Mit kommunikativen Zonen, traditionellen und freien Arbeitsbereichen schaffen Sam und Plankton ein breites Raumangebot für alle erdenklichen Situationen – von Diskretion bis Kreativität. Die Fläche teilt sich dabei in zwei Workspaces: eine Art Labor und einen eher klassischen Bürotrakt.
Dass die unterschiedlichen Arbeitszonen dabei am Ende nicht wie vereinzelte Zellen wirken, vermeiden die Architekten unter anderem mit der Möblierung von BuzziSpace: Die klaren Objekte und Formen der Antwerpener Experten unterstützen dabei die komplexe, räumliche Wahrnehmung. So zeichnet sich das Labor durch harte Oberflächen im Bereich der Wände, Böden und Decken aus und anstatt Raumteiler und Wände für akustische Zwecke zu verwenden, beschränkte man sich auf akustische Installationen aus vorwiegend Möbeln und Teppichen.
Den Charakter der zweigeschossigen Hauptachse als öffentliche Straße (das eigentliche Foyer) betonen die Architekten mit den Objektmöbeln BuzziPicNic, die sich durch einen zusätzlich integrierten Stromanschluss wunderbar als Ausweichmöglichkeit und Arbeitsplatz eignen. Für einen vollständigen Rückzug warten eine Reihe von kokonhaften Loungesesseln im Foyer, die der Designer Axel Enthoven entworfen hat. Durch eine fast komplett akustische Isolation verkörpert sein BuzziMe eine Insel: Wer hier sitzt, bleibt mitten im Geschehen und kann trotzdem in Ruhe lesen, denken oder leise telefonieren. Man sieht, das neue Kienbaum-Büro wurde in jeder Hinsicht gut beraten.
FOTOGRAFIE Philipp Jester
Philipp Jester
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