Projekte

Wohnhaus in Mexiko

Minimalistisches Haus in Mexiko-Stadt von Taller Aragonés

von Nina C. Müller, 24.04.2020

Wer in Bosques de las Lomas lebt, gehört wahrscheinlich zu den Besserverdienenden von Mexiko-Stadt. Der Distrikt im Westen der Millionenmetropole liegt relativ zentral und ist doch ungewöhnlich grün. Hier plante Architekt Miguel Angel Aragonés von Taller Aragonés ein Wohnhaus, das zwar typischen Vorstellungen von wohlständischem Wohnen entspricht. Sein wahrer Luxus aber liegt im Detail – und in der Dunkelheit. Denn bei Nacht verwandelt sich das minimalistische Gebäude in eine Leinwand aus Licht und Farbe.

Los Rombos, auf deutsch „Die Rhomben“, sind ein Projekt mit vier Gebäuden auf einem weitläufigen Grundstück. Das zweite der von dem Architekten Miguel Angel Aragonés erbauten Häuser wurde vor kurzem erweitert und umgestaltet. Er schuf eine Architektur, die mit der Natur interagiert und für die die üppige Vegetation des Anwesens optimale Bedingungen bot. „Wir entschieden uns dazu, den gesamten Baumbestand zu erhalten, denn die Bäume fungieren als grüne Wand“, sagt der Planer. So werden die Innenräume gleichsam von der starken mexikanischen Sonne wie vor den Blicken von außen geschützt, was eine weitestgehend transparente Gestaltung des Hauses ermöglichte.

In neuem Licht
Den Hauptraum legte Aragonés ebenerdig, hob ihn aber auf eine dreifache Deckenhöhe an und verglaste die gesamte terrassenseitige Fassade. Hinzu kamen zwei verglaste Quader auf der ersten und zweiten Ebene des viergeschossigen Baus, die sich zum Wohn- und Außenraum hin orientieren. Ihre durchsichtigen Wände sorgen für eine optische Erweiterung des Wohnbereichs. Außerdem lockern sie das Raumgefüge auf und verleihen der gesamten Architektur den Eindruck schwebender Leichtigkeit. Ähnlich wirken die Treppen zwischen den Geschossen, die der Architekt  als offenliegende Struktur anlegte und lediglich mit dünnen, fast unsichtbaren Metalldrähten umsäumte.

Doch nicht nur die architektonische Hülle des Wohnbaus ist auf das Wesentliche reduziert. Das Interior wird von einem konsequent reduzierten Farb- und Formkonzept durchzogen. Bis auf wenige Ausnahmen in Creme oder Schwarz, sind alle Wände, Decken, Böden sowie das Mobiliar in Weiß gehalten. Bei einfallendem Licht wirken sie in ihrer Gesamtheit und vor der Glasfassade fast gleißend. Effektvoll sind Aragonés’ Spiel mit Elementen. Er pflanzte einen Baum in den Innenraum. Hinzu kommen Wasserbassins in Patios und Durchgängen. Sie zitieren die umgebende Natur und stellen tagsüber eine mit dem Steinboden harmonierende Oberfläche dar. Nachts werden sie durch Licht in Szene gesetzt und somit Teil eines Kunstspektakels. Dann offenbart die minimalistische Struktur ihr volles Potenzial.

Spektakel aus Licht und Farbe
Im gesamten Gebäude platzierte der Architekt Beleuchtungselemente, die für farbiges Licht  sorgen. Sie sind Teil eines allumfassenden Lichtkonzeptes, das die Innenräume bei Dunkelheit in eine brillante Leinwand verwandeln. Dann reflektieren ihre weißen Oberflächen das ganze Spektrum des Regenbogens und sorgen mit Verläufen von Gelb zu Pink zu Blau für eine facettenreiche Abgrenzung unterschiedlicher Zonen des sonst farblich und formell einheitlichen Interieurs. Ein überraschender, magischer Effekt, der zeigt, dass reduzierte Räume mit den Einflüssen von Farbe, Licht und Natur in ganz neuem Licht erscheinen können.

Links

Projektarchitekten

Taller Aragonés

www.talleraragones.com

Mehr Projekte

Kontrastreiche Farbspiele

Extravagantes Apartment von Studio Plutarco in Madrid

Wohnen wie im Showroom

Elegant minimalistisches Apartment von Rina Lovko in Kiew

Mexiterranes Apartmenthaus

Subtiler Umbau von Fino Lozano in Guadalajara

Unsere feine Farm

Landhaus in Sussex mit überraschend urbanem Interieur

Inside-Out in Brasilien

Schwebende Villa in den Hügeln von Rio de Janeiro

Mailänder Refugium

Umbau einer Dachgeschosswohnung von Elena Martucci

Vertikales Minihaus

Umbau von Kohan Ratto Arquitectos in Buenos Aires

Ganzheitliches Gewölbe

Anbau in Kuala Lumpur von Fabian Tan

Le Corbusier trifft Maya-Pyramide

Einfamilienhaus von Ludwig Godefroy im mexikanischen Mérida

Im Herzen des Dschungels

Urlaubsensemble von Formafatal zwischen Küste und Tropenwald

Vorhang auf in Bilbao

Umbau vom spanischen Architekturbüro AZAB

Imperfekte Schönheit

Eine wohnliche Verwandlung im Amsterdamer Grachtenviertel 

Treppe wird Raum

Umbau eines Reihenhauses in London von Fraher & Findlay

Moderne Ruine

Brutalistischer Umbau in Ecuador von Aquiles Jarrín

Mexikanischer Minimalismus

Wochenendhaus in Avándaro von Hector Barroso

Garage mit Aussicht

Kompaktes Apartment in Barcelona von Barbara Appolloni

Umbau in Islington

Lichtes Reihenhaus von Christine Ilex Beinemeier und Lia Kiladis

Manhattans Dächer

In einem Penthouse machen Daniel Schütz und Georg Windeck die bulthaup Küche zum Zentrum

Ein Haus wie eine Filmkulisse

Holzhaus in Genf von Daniel Zamarbide

Schön Schräg

Dachgeschoss in Bilbao von Architekturbüro AZAB

Musik in der Scheune

Umbau von Sigurd Larsen bei Essen

Wohnumbau mit Regenbogen

Minimalistisches Apartment in Paris von matali crasset

Gemälde unter Wasser

Alex Proba verwandelt den Pool einer Villa in Palm Springs zur Leinwand

Katalanische Metamorphose

Ein Meisterwerk des Gaudí-Schülers Francesc Berenguer i Mestres

Elementare Teile

Umbau in Australien von Melanie Beynon

Durchdachtes Experiment

Ein Haus wie ein Wintergarten von Studio Velocity

Konstruktiv in Tel Aviv

Der Umbau eines 78-Quadratmeter-Apartments in Jaffa

Teil der Formation

Surferdomizil in der Ägäis von OOAK

Villa mit Weitblick

Geometrisches Ferienhaus auf Menorca von Nomo Studio

Leben im Labyrinth

Ein Wohnhaus in Osaka von Tato aus magischen Dreiecken und surrealen Geometrien