Ahorn im Licht
Umbau eines Künstlerstudios von Atelier NEA in Paris
In Paris baute das Architekturbüro NEA ein ehemaliges Atelier zu einem Apartment um. Dabei wurden die Vorteile des Künstlerstudios – riesige Fensterflächen und viel Licht – geschickt genutzt und es entstand ein großzügig anmutender Wohnraum. Der Ahornbaum, der im Garten steht, wird in der Inneneinrichtung zitiert.
Das Atelierhaus, das nach dem französischen Widerstandskämpfer Jean Moulin benannt ist, wurde in den Vierzigerjahren erbaut – gut versteckt in einer kleinen Seitengasse im 14. Arrondissement im Süden von Paris. Eine ursprünglich aus den USA stammende Künstlerin und ihr Mann, der in der Filmindustrie tätig ist, wünschten sich einen Rückzugsort inmitten der Metropole, der die Eigenschaften eines Ateliers beibehält und die Möglichkeit bietet, im privaten Rahmen Kunst zu zelebrieren. Das von der Architektin Nathalie Eldan gegründete Atelier NEA übernahm diese Aufgabe.
Natürliches Licht im Mittelpunkt
Das Gebäude weist für ein Künstleratelier typische Oberlichter und ein großes Stahlrahmenfenster auf, das einen Blick auf eine private Terrasse und einen Ahornbaum bietet. Die Architekten entschlossen sich, diese Elemente zu wichtigen Werkzeugen in der Gestaltung zu machen. Vor dem großflächigen Fenster wurde eine weiße Stahltreppe installiert, die in zwei Obergeschosse führt, die nur einen Teil der Grundfläche einnehmen. So entstand ein Bereich mit einer beachtlichen Raumhöhe bis hin zu den Dachfenstern, die für natürliches Licht auf allen Stockwerken mit insgesamt 80 Quadratmetern sorgen.
Ahorn draußen, Ahorn drinnen
Alle Räume des Apartments gruppieren sich um den Lichtschacht. Im Erdgeschoss befindet sich ein Ess-, Koch- und flexibler Wohn- sowie Arbeitsbereich, der nahezu komplett von Holz dominiert wird. Die Gestalter ließen die Schränke, die Kücheninsel und ein Dutzend maßgefertigte Einbauten aus Ahorn herstellen, die genug Stauraum in dem kompakten Atelier schaffen. Auch für die Nische im Zwischengeschoss, die das Bett beherbergt, wurde Ahornholz verwendet. Schiebetüren, die Bett und Bad abgrenzen, wurden mit Jute bespannt. Das bietet Schutz vor Licht, ohne die Luftzirkulation zu behindern. Ein weißer Eckschreibtisch wurde als Arbeitsplatz vor und unter den großzügigen Fensterflächen platziert und erlaubt einen Blick auf das Geschehen im Erdgeschoss.
Stetige Wechselwirkung
Jeder Bereich des Apartments geht einen Dialog mit der Außenwelt ein. Selbst der begehbare Kleiderschrank wird durch perforierten Stahl, der gleichzeitig als steile Treppe ins nächste Geschoss fungiert, mit Licht versorgt. Der Aufstieg führt zum Gästezimmer mit einer gemütlichen Schlafnische, in der sich erneut das zentrale Thema des Ahorns mit weiteren Einbauten und Regalen zeigt. In der angrenzenden Wand wurden Glasflächen eingesetzt, um auch diesen Bereich mit Tageslicht zu fluten.
FOTOGRAFIE Lorenzo Zandri
Lorenzo Zandri
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