Im Spiegel Wald
Das Lake Cottage des kanadischen Architekturbüros UUfie
Ein schwarz glänzendes Dach schimmert durch die verschneiten Wipfel, der Rest des Hauses scheint zu fehlen. Für eine Fata Morgana ist es allerdings zu kalt. Und tritt man näher an das Lake Cottage des kanadischen Architekturbüros UUfie heran, tauchen auf einmal Fenster- und Türrahmen wie aus dem Nichts auf: Dieser Bau existiert wirklich!
Kanada ist für viele der Inbegriff von Natur und Zurückgezogenheit: Und das Wohnhaus an den Kawartha Lakes in der kanadischen Provinz Ontario verbindet beides zu einem schlüssigen Ganzen. Wie die futuristische Version eines Baumhauses verknüpft der Bau Natur und Architektur – allerdings mit ungewöhnlichen Mitteln.
Der Wald im Haus
Die Seenlandschaft mit den umliegenden Wäldern bietet ein Abziehbild verschneit-romantischer Natur. Inmitten von Birken und Fichten und in unmittelbarer Nähe des Ufers, steht das zweistöckige Landhaus, das hinter sich noch einen älteren Flachbau versteckt. Von außen ist das Gebäude mit dem steilen Satteldach in weiten Teilen mit schwarzen Stahlprofilen und geräuchertem Zedernholz verkleidet, die das Volumen klar von der Landschaft abheben. Ein tiefer Ausschnitt im Erdgeschoss schafft nicht nur Platz für eine geschützte Terrasse – der komplett verspiegelte Bereich kreiert gleichzeitig die optische Illusion, der Wald liefe unter dem Haus hindurch. Das japanisch-kanadische Architektenduo beschreibt ihren Entwurfsgedanken „als Wunsch, in den Ästen eines großen Baumes zu leben“. Und die Idee geht auf.
Im Zentrum der Kamin
Das Gefühl, sich in einer Welt zwischen Natur und Architektur zu bewegen, setzt sich auch im Inneren fort. Während das große Wohnzimmer als eigenständiges Volumen behandelt wurde, scheinen die anliegenden Räume zur umgebenden Landschaft zu gehören. Der hallenartige Hauptraum ist großflächig mit roh belassenen Holzpaneelen ausgekleidet: 14 Öffnungen schaffen Sichtverbindungen zwischen Innerem, Wald und Himmel. Einzig ein in die Wand eingelassener Kamin aus poliertem Beton bricht mit dem natürlichen Materialkanon und markiert das wohlig warme Zentrum des Hauses: Seine Kontur entspricht einer verkleinerten Version des Gebäudeschnitts.
Ab nach oben!
Über eine Treppe aus massiven Holzbohlen gelangt man in den „Loft“ genannten Bereich, der sich zwischen die Hülle des Wohnzimmers und die eigentliche Fassade klemmt. Der schmale Bereich besitzt die Intimität und Zurückgezogenheit eines Baumhauses: Hier liegt man auf Fellen unter blau gebleichten Dachschindeln und kann ungestört die vielfältigen Ein- und Ausblicke genießen.
Die ebenfalls mit dem Hauptraum verbundene Terrasse reiht sich in das Spiel mit den Elementen ein: An den Innenseiten verspiegelt und nach außen komplett verglast, haben die Architekten eine perfekte Illusion von gebauter Natur geschaffen. Der Boden ist mit Baumscheiben ausgelegt, die in einem weißen Betonbett schwimmen: Spätestens hier verwischen die Grenzen zwischen Außen- und Innenraum und die von den Architekten geplante Sinnestäuschung kommt zu ihrem Höhepunkt.
FOTOGRAFIE Naho Kubota
Naho Kubota
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