Projekte

In perfektem Licht

Das dänische Skou-Institut für Biomedizin von Cubo

von Kathrin Spohr, 04.11.2019

Ein großzügiger Lichthof, in dem sich das Treppenhaus in organischer Form nach oben schwingt, holzvertäfelte Wände, Meetingräume als schwebende transparente Glaskörper. Dazu elegante Lichtbänder des norwegischen Herstellers SG Lighting an den Decken, welche die Linien der soften Architektursprache des Planungsbüros Cubo hier noch einmal inszenieren: Dieses Atrium kann sich sehen lassen.  

Kein Wunder. Denn hier werden die renommiertesten Forscher aus aller Welt empfangen. Der Skou-Bau im dänischen Aarhus ist eins der modernsten Forschungsinstitute für Biomedizin, von international höchstem Rang dazu. Der 2018 verstorbene Jens Christian Skou war Mediziner und Biophysiker, sogar Nobelpreisträger. Jetzt wurde ihm dieses neue Gebäude an der Aarhus Universität gewidmet.

Räume in schwebendem Zustand
Das kürzlich eingeweihte Institut, das vom Architekturbüro Cubo stammt, umfasst zwei parallele Gebäude mit jeweils sieben Stockwerken, deren Fassade mit traditionell sonnig gelben Ziegeln versehen ist. Die nach Norden zum Vorplatz ausgerichtete markante und transparente Giebelfassade über dem Haupteingang des Neubaus wirkt durch die großen Aussparungen sehr einladend. Die zwei verschobenen Längsseiten des Gebäudes bilden im überlappenden Teil das große zentrale Treppenhaus mit den ‚schwebenden’ frei nutzbaren Meetingräumen. Die Gesamtfläche von 15.200 Quadratmetern gliedert sich in fünf Obergeschosse und zwei Untergeschosse. An der Breitseite sind die Büros der Forschungseinheiten untergebracht, während sich an den Längsseiten die Laborräume präsentieren. In den Untergeschossen befinden sich neue und fortschrittliche Versuchstieranlagen für Mäuse und Ratten. Mehr als 300 internationale Forscher, Laboranten und Studenten arbeiten hier täglich. Das Gebäude bietet zeitgemäße, flexible Einrichtungen für die Wissenschaftler aus aller Welt. Glaswände in den Büros und Besprechungsräumen machen das Gebäude offen, transparent und freundlich. – Auch ohne Open Space Landschaft wirkt das Interior des Skou-Baus zeitgemäß und inspirierend.

Hoher Lichtkomfort zum Arbeiten
Es ist offensichtlich, dass in einem Forschungsgebäude dieser Art die Beleuchtung eine zentrale Rolle einnimmt. SG Lighting aus dem norwegischen Lillesand hat hier mit unterschiedlichsten, teils maßgeschneiderten Produkten die gesamte Lichtinstallation geliefert. Gemeinsam entwickelte die Planungsteams von SG und Cubo Arkitekter ein Konzept, das den verschiedensten Anforderungen gerecht wird und entsprechende Lichtqualitäten bietet: Dabei mussten für die Labore optimale Bedingungen zum Arbeiten und Forschen geschaffen werden. Basisbeleuchtung ist hier eine Sonderanfertigung in Form von LED-Einbauleuchten mit 4000K und opaler Abdeckung, um Schattierungen zu vermeiden. Die Beleuchtung in Fluren und Büros brauchte wieder eine andere Lichtstimmung – hier schaffen runde Downlights die gewünschte Ausleuchtung.

Vielschichtiges Beleuchtungsspektrum
Im repräsentativen Atrium ging es um ein atmosphärisches Ambiente und die Inszenierung der Qualitäten der herausragenden Architektur. So wird im zentralen Treppenhaus und auch in den freischwebenden, transparenten Meetingräumen durch Einbauleuchten Charakter verliehen. Die Form des hohen Raums wird durch Lichtbänder klar definiert. „Die größte Schwierigkeit bei diesem Projekt war die Illumination des Atriums“, erklärt Per Nicolai Hvid, Key Account Manager von SG Lighting Dänemark. „Es gab komplexe bautechnische Anforderungen, die uns immer wieder herausgefordert haben. Etwa die Branddämmung in den Decken kam uns immer wieder in Quere – Immerhin wurden hier 262 Meter LED-Lichtband verarbeitet.“

Dynamische LED-Lichttechnik
Die Auswahl der Leuchten für den Skou-Bau ist überzeugend: Die Skala von spezifischer, hocheffizienter Arbeits- bis hin zu atmosphärischer, repräsentativer Beleuchtung vermittelt ein harmonisches Gesamtbild und ist ausgewogen umgesetzt. Das hat auch mit den sogenannten TW-Leuchtmitteln zu tun: TW steht für Tunable White und deckt das Spektrum von warm- zu kaltweißer Lichtfarbe ab. Dabei sind LEDs zweier verschiedener Lichtfarben verarbeitet. So kann der Nutzer das Kunstlicht dynamisch und situativ an die Bedürfnisse anpassen, wie es etwa im Labor und in den Tierversuchsanlagen nötig ist. 
Bei allen SG-Leuchtentypen – sie werden aus hochwertigen, zu 99 Prozent recycelbaren Komponenten konstruiert – kommen LEDs mit höchster Farbwiedergabe zum Einsatz. So wird im Skou-Forschungszentrum in jeder Hinsicht ein optimaler Lichtkomfort gewährleistet.

Links

SG Leuchten

Zum Showroom

Projektarchitekten

Cubo

www.cubo.dk

Mehr Projekte

Sinnlicher Brutalismus

Neubau von Studio Rick Joy in Mexiko-Stadt

Jenseits der Norm

XYZ Lounge von Künstler und Architekt Didier Fiúza Faustino in Gent

Nuancen der Durchlässigkeit

Die Boutique des jungen Modelabels Geijoeng in Shenzhen

Geometry of Light

Luftwerk beleuchtet das Farnsworth House als Kunstwerk

Galaktisches Dinner

Inneneinrichtung für ein Restaurant in Mexiko-Stadt

Light Falls

Flow Architecture und Magrits in einem Londoner Reihenhaus

Architektur der Schwerelosigkeit

Ein Münchner Dachausbau von Pool Leber Architekten

Formen des Lichts

Einfamilienhaus in Melbourne von Layan

Theaterhimmel

Lichtinstallation von Ingo Maurer im Münchner Residenztheater

Provisorium von Dauer

Neue MCM-Boutique in München von Gonzalez Haase AAS

Licht macht Raum

Xu Tiantian entwirft einen Leuchtenhybriden für den Arbeitsplatz

Raumspirale für Wissensdurstige

Durch Licht in Szene gesetzt: der Erweiterungsbau des Science Centers experimenta in Heilbronn von Sauerbruch Hutton.

Irisierende Lichtspielgarage

Moskaus temporäre Kino-Pyramide von Syndicate Architects.

Versteckt zwischen Meer und Sand

In eine Düne eingegraben: das UCCA Dune Art Museum von Open Architecture.

Meditativer Lückenfüller

Miniwohnhaus von Takeshi Hosaka in Tokio

Unbekanntes Raumobjekt

Kein Perpetuum Mobile, aber ein beweglicher Eyecatcher: Ingo Maurers mobiles Pendel-Ei.

Der Sonne entgegen

Immer in Bewegung: Robert Koniecznys Quadrant House.

Gezeichnete Lichtarchitektur

Dialog zwischen Realität und Vergangenheit: Alberto Caiolas Dachterrassenbar Nyx in Shanghai.

Eine Bühne für Blumen

Der beste Blumenladen der Welt.

Shoppen in der Unterwelt

Ein Shop auf den Spuren einer geheimnisvollen Lichthöhle.

Lineare Lichteleganz: Lernen im vertikalen Campus

Lernen im vertikalen Campus: die neue FHNW Muttenz von pool Architekten.

Kristallbrunnen statt Gelbwesten

Brunnenlandschaft von Ronan und Erwan Bouroullec in Paris.

Rhythmische Eleganz in Hainan

Schöne Grauzone: Projekt Rhythm von Wei Yi International Design Associates.

Wege des Lichts: Apartment in Den Haag

Ein Apartment mit unkonventionellen Winkeln und Durchsichten von Ana Rocha.

Minimal Rustikal: La Maison Gauthier

In diesem kanadischen Haus von Atelier Barda ist Minimalismus das Leitmotiv.

Schauspielschule Ernst Busch: Grosses Theater

So wie Schauspieler improvisieren müssen, geht es auch der Baukunst.

Balenciaga zeigt Balance in Paris

Dieses Retailkonzept von Gonzalez Haase AAS und Demna Gvasalia erzeugt eine anonyme Ästhetik.

Baldachin der Stille

Kaan Architecten haben die passende Form für ein Krematorium im belgischen Aalst gefunden.

Tanzender Monolith von Marte.Marte

Im Frühling 2019 eröffnet der Neubau für die Landesgalerie Niederösterreich in Krems. Über 7.000 silbergraue Titan-Zinkschindeln schützen den Sichtbeton.

Drei Scheiben für Düsseldorf

Umbau der drei Ausrufezeichen des Wirtschaftswunders durch HPP