Projekte

Wiege der Schweiz

Im Park Hotel Vitznau trifft Belle Époque auf moderne Glasarchitektur.

von Tim Berge, 23.09.2013

Der Vierwaldstättersee gilt als eines der schönsten Gewässer der Alpen – noch dazu liegt hier der Legenden-Ort Rütli, eine Bergwiese, auf der das „ewige Bündnis“ der drei Urkantone beschlossen und damit der Grundstein der Eidgenossenschaft gelegt wurde. Wer also im frisch renovierten und schon preisgekrönten Park Hotel Vitznau absteigt, kann getrost behaupten, in der „Wiege der Schweiz“ genächtigt zu haben.

Als 1871 die erste Zahnradbahn Europas in Vitznau eröffnete, beschloss der Hotelier Josef Anton Bon den Bau eines Luxusherberge und beauftragte den erfahrenen Hotel-Architekten Karl Koller mit der Planung: Er schuf ein schlossartiges Prachtbeispiel der Belle Époque, das nun, nach über 100 Jahren Existenz einer umfangreichen Renovierung unterzogen wurde. Seit diesem Jahr ist das Haus wiedereröffnet und bietet den Gästen eine wunderbare Symbiose aus Alt und Neu, die moderne Technologie mit einer klassisch-eleganten Ausstattung vereint.

Transparenz und Masse
Schon bei der Anfahrt zeigen sich die gelungenen Ergänzungen der imposanten Architektur: Vorfahrt und Eingang werden von schlichten, gläsernen Vordächern geschützt, die in ihrem minimalen Erscheinungsbild an die Apple-Architektur erinnern – und doch stets den Blick auf die historische Fassade freigeben. Transparenz trifft auf Massivität, Klarheit auf verspielten Historismus. Der junge Schweizer Architekt Christian Eck kontrastiert mit seinen kubischen Glasanbauten die originale Gestaltungssprache und verneigt sich gleichzeitig vor ihr. In den Kanon der modernen Anbauten reihen sich auch das neue Sterne-Restaurant Prisma, der Therapiepool, ein Verbindungsbau und eine Vielzahl von Wintergärten ein: Sie alle bestehen aus Ganzglaskonstruktionen, sogar die Stützen und Träger sind aus dem transparente Werkstoff.

Auch der großzügige Eingangsbereich und der Swimmingpool spielen mit dem Thema „Durchlässigkeit“ und öffnen sich fast komplett zur Seeseite mit einem atemberaubenden Blick auf die Schweizer Berglandschaft. Die alten Säulen und der Stuck in der Lobby wurden vor dem Umbau durch Gipsabdrücke konserviert und konnten so nachträglich wieder in mit eingearbeitet werden.

Don’t disturb
Das Hotel besticht im Inneren durch seine einzigartige Mischung aus Tradition und Moderne – dazu kommt ein Raumkonzept, das ganz auf Individualität setzt. Keine der 47 Residenzen, Suiten und Junior-Suiten gleicht der anderen, jedes Apartment entspringt einer anderen Themenwelt: Wein, Musik und Kunst waren die Hauptinspirationen für die Gestaltung der Zimmer.

 Auch bei der technischen Ausstattung orientierte sich das Hotel am maximalen Komfort für die Gäste: Für alle Türstationen, außen wie innen, wählte die Hotelleitung Siedle Steel, bei der Badgestaltung kamen Dornbracht-Armaturen zum Einsatz. Speziell von Siedle für das Haus entwickelte LED-Anzeigen an den Eingängen signalisieren den jeweiligen Status: „Please make up room" oder „Don't disturb". Die richtige Orientierung gewährleisten die integrierte Zimmernummer und der Name der Suite. Sollten Gäste mehrere Räume nebeneinander buchen, lassen sich diese auch technisch verbinden. Innerhalb der Suiten kommunizieren die Gäste mit der mobilen Videosprechstelle Siedle Scope, mit der sie sehen, wer vor der Tür steht – mit der sie aber auch mit anderen Besuchern des Hotels oder der Lobby telefonieren können. Unterschiedliche Materialvarianten unterstützen dabei die individuelle Ausprägung der jeweiligen Suite. So wird das Gestaltungsprinzip konsequent bis in das kleinste Detail angewandt – und der Gast erfährt bei seiner Reise an den Vierwaldstättersee eine spannende Balance aus Alt und Neu, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Neugestaltung zieht.


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Projektarchitekt

Christian Eck

Parkhotel Vitznau

www.parkhotel-vitznau.ch

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