Zwillinge, bei Geburt getrennt
Wir haben auf dem Salone del Mobile 2015 so manche Objekte gesehen, die irgendwie zusammengehören.
Erst kürzlich gingen wieder einmal Meldungen durchs Netz, in denen herausgestellt wurde, dass jeder von uns irgendwo einen Doppelgänger hat. Auch bei den schier unendlichen Kombinationsmöglichkeiten unserer Gene ist es eben doch wahrscheinlich, dass bei Milliarden Menschen zwei spezifische Individuen frappierende Gemeinsamkeiten aufweisen.
Ähnlich verhält es sich in der Werbung: Eine Kreativenweisheit besagt, es gäbe nur einhundert gute Ideen, die immer wieder neu erfunden würden, um Produkt und Käufer zusammen zu bringen – dass man also nicht immer gleich von Plagiaten sprechen dürfe, wenn zwei Kreative auf denselben Einfall kommen. Oder die Geschichte eines Einsiedlers in den amerikanischen Rocky Mountains, der in seiner Abgeschiedenheit in mühevoller Kleinarbeit eine Schreibmaschine aus Holz geschnitzt hatte, um dann beim stolzen Talgang mit seiner Maschine unter dem Arm zu erfahren, dass es diese längst aus Metall in industrieller Fertigung gab.
Diese drei Beispiele zeigen, das Individualität streng genommen auch nur eine Illusion ist. Und warum sollte die Möbelbranche von dieser Tatsache verschont bleiben? Wir haben auf dem Salone del Mobile 2015 so manches gesehen, was irgendwie zusammengehört. Offenbar wurden die armen Dinge bei Geburt getrennt und von verschiedenen Designern aufgezogen. In der Bildergalerie über diesem Text unsere große Familienzusammenführung.
Auswahl der Objekte: Stephan Burkoff, Markus Hieke, Jasmin Jouhar, Jörg Zimmermann, Norman Kietzmann
Alle Beiträge aus unserem großen Themenspecial Salone 2015 lesen Sie hier.
Salone del Mobile 2015
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