Menschen

Mehr Raum für Kreativität

Visualisierungsexpertin Andrea Nienaber über die Vorteile der 3D-Planung

Die Visualisierungsexpertin Andrea Nienaber entwickelt maßgeschneiderte Interior-Konzepte für Hotels, Kreuzfahrtschiffe, Büros oder Pflegeeinrichtungen. Im Interview spricht sie darüber, wie sie 3D-Software im Arbeitsalltag nutzt und welche Vorteile sich dadurch im Arbeitsalltag ergeben.

von Kathrin Spohr, 12.04.2023

Von Bedarfsanalysen über die Entwurfs- bis hin zur Ausführungsplanung arbeitet die Einrichtungsexpertin Andrea Nienaber an komplexen und vielfältigen Aufgaben bei der GH Hotel Interior Group. Seit bereits vier Jahren verwendet sie die Software Palette CAD, die sie über den gesamten Prozess der Innenraumgestaltung unterstützt. Im Interview berichtet Andrea Nienaber, wie ihr dadurch mehr Zeit für das bleibt, was zählt: Die Kreation außergewöhnlicher Interieurs.

Wie starten Ihre Planungen für Innenraumprojekte: Beginnen Sie gleich am Computer, oder gehören Handskizzen noch zu Ihrem Arbeitsalltag?
Zunächst verschaffe ich mir vor Ort einen ersten Eindruck. Meist erhalten wir von den Architekten die DWG-Planungen. Diese lassen sich mit Palette CAD einlesen. Auf dieser Grundlage beginnen wir. Also ziehe ich es vor, direkt am Computer mit dem detaillierten Entwurf zu beginnen, ohne Handskizze. Die Software ermöglicht es, eine qualitativ hochwertige Vorstellung zu entwickeln, was mit einer Handskizze nicht so umfassend möglich ist. So kann ich meine Vision deutlicher ausdrücken und dem Kunden näherbringen. Ist ein Konzept freigegeben, dann erstellen wir Moodboards, auf denen alle Oberflächen für das geplante Interior physisch vorhanden sind, sodass Haptik und Optik im Zusammenspiel erlebbar sind. Danach werden die technischen Zeichnungen wiederum am Computer erstellt.

Bei welchen Herausforderungen in der Planung von Hotelinteriors unterstützt Sie die CAD-Software?
Schon bei der Budgetierung. Und anschließend wird ein effizienter Raumplan erstellt, der allen Anforderungen des Hotels gerecht wird: Es soll schön aussehen, aber auch praktisch sein, für diejenigen, die dort arbeiten. Die Umsetzung des Designs, die Beleuchtung, um die besondere Atmosphäre zu schaffen – hier ist das Planungstool eine sehr große Hilfe, da fotorealistische High-End-Renderings gemacht werden können. Wir können unseren Kunden sehr realistische Visualisierungen präsentieren, um ihnen eine Vorstellung davon zu geben, was sie erwartet, bevor das Gebäude tatsächlich eingerichtet wird.

Gerade haben Sie das Interiordesign für das 4-Sterne-Hotel Via Plaza Meppen realisiert. Was waren hier die Kriterien für die Wahl der 3D-Software?
Dieses Vier-Sterne-Hotel wurde als BIM-Objekt geplant. BIM beschreibt einen ganzheitlichen Prozess und bezieht ja alle Gewerke, Aufgaben und Beteiligten rund um den Bauprozess mit ein. Voraussetzung für ein BIM-Verfahren ist, dass man die Datei einspielen kann. Da Palette CAD dieses Format unterstützt, war es uns überhaupt erst möglich, an diesem Projekt zu arbeiten.

Und wenn die BIM-Daten eingelesen sind: Worin unterscheidet sich dann die Arbeit mit Palette CAD im Vergleich zu Architekturprogrammen?
Die Software ist spezialisiert auf Innenausbau und Möbelbau. Sie bietet ein facettenreiches Repertoire an Möglichkeiten, die wir individuell nutzen können. Zum Beispiel die Palette CAD-Holztechnik, mit der wir komplexe Schrank- oder Empfangsanlagen bauen können. Wir haben die Möglichkeit, Fliesen und andere Böden präzise zu „verlegen“. Die Software ist da sehr umfangreich.

Über die integrierten Herstellerkataloge können wir auf Originaldaten von Objekten, Oberflächen, Farben und Ausführungen zugreifen. Wir arbeiten mit ungefähr 150 Herstellern zusammen, vom Bodenbelag bis zur Deckenbeleuchtung. Diese liefern uns die notwendigen 3-D-Daten. Die Kataloge in Palette CAD sind zwar sehr umfangreich, können aber nicht alle Produkte abbilden, die wir brauchen. Doch das ist kein Problem, denn die Software ermöglicht es uns auch, externe Daten zu nutzen und eigene Materialien anzulegen. So können wir quasi jeden noch so außergewöhnlichen Kundenwunsch erfüllen.

Augmented Reality, 360-Grad-Panoramaansichten, Kameraflug, mit VR-Brille oder Mobilgerät die Planung virtuell begehen und erkunden: Sind das für Sie nützliche Tools für den Projektalltag oder nur technische Spielereien?
All das lässt sich im Projektalltag sehr gut nutzen, da der Aufwand nicht groß ist. Eigentlich ist es nur die Rechenleistung des eigenen Computers, die den technischen Möglichkeiten manchmal Grenzen setzt. Je komplexer ein Projekt, desto sinnvoller ist es, Kameraflug und Co. einzusetzen. Denn sie helfen allen Beteiligten dabei, das Projekt besser zu verstehen und die Planung zu optimieren.

Heute ist Flexibilität in Projekten ein wichtiger Faktor, wenn etwa bei Lieferengpässen auf alternative Materialien oder Produkte zurückgegriffen werden muss. Inwiefern ist die Planungssoftware in solchen Situationen hilfreich?
Wenn es im Laufe des Prozesses Veränderungen gibt, lässt sich die Planung mit Palette CAD jederzeit anpassen und dem Kunden neu präsentieren. Bei Lieferengpässen können wir beispielsweise schnell auf eine alternative Oberfläche zurückgreifen. Am Ende sieht die Umsetzung tatsächlich so aus wie auf dem Rendering!

Die reibungslose Zusammenarbeit aller Gewerke wird mit fortschreitender Digitalisierung immer wichtiger. Inwieweit unterstützt Sie das Planungstool dabei?
Das Programm unterstützt alle für unsere Arbeit relevanten Formate. Von der beeindruckenden Präsentation über die präzise Planung bis zur gemeinsamen Datenbasis mit den umsetzenden Gewerken ist alles machbar. Wir können also verschiedene Gewerke, von uns erstellte Pläne und technische Zeichnungen reibungslos zusammenbringen. Unterschiedliche Beteiligte können an einem Projekt gleichzeitig miteinander arbeiten. In Palette CAD lassen sich einzelne Elemente detailliert beschreiben, bemaßen, skalieren, was auch die Arbeit auf der Baustelle vereinfacht.

Weniger Zeit für die Verwaltung von Workflows bedeutet mehr Raum für Kreativität. Kann man das so sagen?
Das kann ich nur bestätigen! Mehr Zeit für Kreativität bedeutet wiederum: mehr Zeit für produktive Ergebnisse.

Ist die 3D-Software auch für kleine Innenarchitekturbüros oder Selbstständige geeignet?
Palette CAD ist für jede Unternehmensgröße geeignet. Das Programm ist sehr einfach in der Handhabung, intuitiv, benutzerfreundlich. So können sich hier bei uns auch neue Mitarbeiter sehr schnell in das Programm einarbeiten und uns in der Umsetzung von Projekten schnell unterstützen.

Lesen Sie hier weiter und erfahren Sie, wie die 3-D-Planungssoftware Sie bei der Planung und Realisierung Ihrer Einrichtungskonzepte unterstützen kann.

Facebook Twitter Pinterest LinkedIn Mail
Links

Palette CAD

Intuitiv und überzeugend: Palette CAD ist die 3D-Software für Raumplanung und Objekteinrichtung. Um Einrichtungsideen zu verwirklichen, braucht es vor allem zwei Dinge: Auftraggeber, die sich davon überzeugen lassen und diejenigen, die die Ideen realisieren können. Palette CAD begleitet Anwender von der Präsentation über die Planung bis zum Ergebnis.

Zum Showroom

GH Hotel Interior Group

Die GH Hotel Interior Group sind Realisierungsexperten für erfolgreiche Gastgeber- und Hoteleinrichtungen. Über die verschiedenen Service-Level ist die GH Hotel Interior Group in der Lage, Projekte sehr individuell vom Einzelmöbel bis hin zum kompletten Interieur zu realisieren. Die GH-Projekte liegen in der Hotellerie, sie richten Studentenapartments und Service-Apartments ein, sind für Werften (Kreuzfahrtschiffe, Flusskreuzfahrtschiffe) tätig und auch im Care-Bereich (Kliniken und Senioreneinrichtungen) aktiv – nach dem Motto „Immer auf gästefertigem Niveau“ entwerfen und realisieren die Interieur-Experten seit über 25 Jahren erfolgreich Einrichtungskonzepte.

www.hotel-interior-group.de

Mehr Menschen

Hochprozentig nachhaltig

Mathias Seiler über die Kollektion Incycle von Girsberger

Mathias Seiler über die Kollektion Incycle von Girsberger

Das Gute trifft das Schöne

Interview über die Kooperation von Arper und PaperShell

Interview über die Kooperation von Arper und PaperShell

Ein Designer in olympischer Höchstform

Mathieu Lehanneur im Gespräch

Mathieu Lehanneur im Gespräch

New Kids on the Block

Interior- und Designstudios aus Berlin – Teil 2

Interior- und Designstudios aus Berlin – Teil 2

„Man muss vor der KI nicht zu viel Respekt haben“

Technologie-Insider Timm Wilks im Interview

Technologie-Insider Timm Wilks im Interview

New Kids on the Block

Interior- und Designstudios aus Berlin

Interior- und Designstudios aus Berlin

In Räumen denken

Vorschau auf die Boden- und Teppichmesse Domotex 2024

Vorschau auf die Boden- und Teppichmesse Domotex 2024

KI als Mitbewerberin

Interview mit Rafael Lalive von der Universität Lausanne

Interview mit Rafael Lalive von der Universität Lausanne

Echos aus der KI-Welt

Architekt Wolfram Putz von Graft über Künstliche Intelligenz

Architekt Wolfram Putz von Graft über Künstliche Intelligenz

„Ich betrete gerne Neuland“

Ein Gespräch über Akustik mit der Architektin Marie Aigner

Ein Gespräch über Akustik mit der Architektin Marie Aigner

Wie es Euch gefällt

FSB-Co-Chef Jürgen Hess über den neuen Mut zur Farbe

FSB-Co-Chef Jürgen Hess über den neuen Mut zur Farbe

Die Kreativität ins Rollen bringen

osko+deichmann über flexible Möbel für New-Work-Büros

osko+deichmann über flexible Möbel für New-Work-Büros

„Alles entspringt aus dem Ort“

Studio Wok aus Mailand im Interview

Studio Wok aus Mailand im Interview

Nachhaltig bauen heißt flexibel denken

Architekt Andreas Gerhardt über nachhaltige Gebäude und Interiors

Architekt Andreas Gerhardt über nachhaltige Gebäude und Interiors

Ukrainische Perspektiven #3

Interview mit Interiordesigner Oleksandr Maruzhenko von Men Bureau

Interview mit Interiordesigner Oleksandr Maruzhenko von Men Bureau

„Wir müssen Verantwortung übernehmen“

Lars Engelke, COO von Object Carpet, über Wertstoffkreisläufe bei Bodenbelägen

Lars Engelke, COO von Object Carpet, über Wertstoffkreisläufe bei Bodenbelägen

Langlebig, aber nicht langweilig

Das Designstudio Big-Game im Gespräch

Das Designstudio Big-Game im Gespräch

Nähe, Frische und Substanz

Leo Lübke über Strategien der Nachhaltigkeit bei COR

Leo Lübke über Strategien der Nachhaltigkeit bei COR

Zukunftsweisende Ergonomie

Interview mit Kim Colin von Industrial Facility

Interview mit Kim Colin von Industrial Facility

Ukrainische Perspektiven #2

Der Architekt Slava Balbek von balbek bureau im Gespräch

Der Architekt Slava Balbek von balbek bureau im Gespräch

Authentische Raumcollagen

Ein Gespräch mit dem Modiste-Gründer Marick Baars

Ein Gespräch mit dem Modiste-Gründer Marick Baars

Kunst wird Architektur

Pavillonbau von Thomas Demand im dänischen Ebeltoft

Pavillonbau von Thomas Demand im dänischen Ebeltoft

Textile Reise nach Persien

Hadi Teherani und Camilla Fischbacher über die Kollektion Contemporary Persia

Hadi Teherani und Camilla Fischbacher über die Kollektion Contemporary Persia

„Im Design fehlen die weiblichen Vorbilder“

Ein Gespräch mit Simone Lüling und Joa Herrenknecht von Matter of Course

Ein Gespräch mit Simone Lüling und Joa Herrenknecht von Matter of Course

Frischer Wind bei USM

Katharina Amann über ihre neue Rolle beim Schweizer Möbelhersteller

Katharina Amann über ihre neue Rolle beim Schweizer Möbelhersteller

Die Couch-Versteher

Dario Schröder über die Erfolgsstory von Noah Living

Dario Schröder über die Erfolgsstory von Noah Living

Braucht man wirklich einen neuen Teppich?

Die Innenarchitektin Monika Lepel im Gespräch

Die Innenarchitektin Monika Lepel im Gespräch

Startpaket für nachhaltige Innenarchitektur

Ein Gespräch mit BDIA-Präsidentin Pia A. Döll

Ein Gespräch mit BDIA-Präsidentin Pia A. Döll

Aneigenbare Arbeitswelten

Ein Gespräch mit Martin Haller von Caramel Architekten

Ein Gespräch mit Martin Haller von Caramel Architekten

Corona als Wohntrend-Booster

Ein Gespräch mit der Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern

Ein Gespräch mit der Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern