Ein Tempel für die Schönheit
Concept-Store Laconicum in Madrid von Lucas y Hernández-Gil
Im Madrider Concept-Store Laconicum versammeln María und Anabel seltene Beautyprodukte aus Japan, Island oder Skandinavien. Das von Lucas y Hernández-Gil entworfene Interieur inszeniert den Laden als ruhigen Experimentiersalon für Schönheitspflege und Rituale.
Die beiden Gründerinnen des kleinen Shops in einer Gasse im Zentrum von Madrid bezeichnen sich selbst als „Kosmetikdetektivinnen“. Bei Laconicum gibt es Essenzen aus Japan, Shampoos aus Skandinavien oder Cleanser aus Island – Produkte, die revolutionär sind oder die es in Spanien sonst nirgendwo gibt. „Wir haben Laconicum gegründet, weil es so etwas wie Laconicum noch nicht gab“, sagen María und Anabel.
Auf einem ihrer zahlreichen Recherchetrips fanden sie auch die Inspiration für das Interieur. „Beim Besuch eines römischen Hauses in Évora sahen wir ein Laconicum – eine Art Sauna, in der sich die Bewohner und ihre Freunde trafen, um zu entspannen und sich zu unterhalten.“ Eine solche Atmosphäre wünschten sie sich auch für ihren Concept-Store, in den die Menschen kommen sollen, um Ruhe und Rückzug zu finden, aber auch, um Neues zu entdecken. Entworfen wurde die Retailfläche von Lucas y Hernández-Gil. Das Duo leitet nicht nur ein Architekturbüro, sondern auch ein Designstudio mit eigener Möbellinie.
Theatrales Oculus
Außer der gläsernen Front mit Eingangstür hat der Verkaufsraum keine weiteren Fenster. Stattdessen gibt es zwei große, runde Deckenleuchten, die an das in römischen Bädern übliche Oculus erinnern, also an runde Deckenöffnungen, die für eine dramatische Lichtsituation sorgen. Die tannengrüne Kalkfarbe an Wänden und Decke lässt den Raum wie einen Tempel wirken. Dieser Eindruck wird durch eine zentrale Säule aus unbehandelten Holzbalken unterstützt. Als Displays für die Produkte wurden umlaufend Regale aus Metallgitter, Holz und Blech an den Wänden montiert. Letztere sehen mit ihren schlanken Profilen und der farblichen Kombination aus Grün und leuchtendem Orange wie Minimal-Art-Objekte von Donald Judd aus.
Labor für Entdeckungen
Im Zentrum des 30 Quadratmeter großen, rechteckigen Layouts stehen organisch geformte Marmortische auf schlanken Beinchen mit Rollenfüßen, die so wirken, als würden sie wie Wolken durch den Laden schweben. Alle Möbel wurden von Kresta Design, dem Möbellabel von Lucas y Hernández-Gil, speziell für diese Räumlichkeiten entworfen. Sie sind so zurückhaltend gestaltet, dass die präsentierten Produkte wirken können. Den Gründerinnen ist es wichtig, dass Laconicum nicht nur als Shop, sondern als „ein Ort für Entdeckungen“ wahrgenommen wird – und das wohnliche Konzept des Interieurs leistet seinen Beitrag dazu.
FOTOGRAFIE José Hevia José Hevia
| Projektname: | Laconicum |
| Entwurf: | Lucas y Hernández-Gil / Kresta Design |
| Typologie: | Retail |
| Ort: | Madrid |
| Gesamtfläche: | 80 Quadratmeter |
| Verkaufsfläche: | 30 Quadratmeter |
| Fertigstellung: | 2025 |
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