Sahnestück in Rosa
Patisserie-Interior in Posen von mode:lina
Für das Bez Rodzynek Cake Studio in Posen hat das Designstudio mode:lina ein monochromes Patisserie-Interior in Rosa entworfen. Die Innenarchitektur der polnischen Konditorei übersetzt auf 25 Quadratmeter Motive aus der Welt der Patisserie in Stuck, Glasbausteine, Terrazzo und glänzende Oberflächen.
Im Bez Rodzynek Cake Studio in Posen (Poznań) ist die gestalterische Idee unmittelbar erfahrbar. Das Interior greift auf die Formensprache der Patisserie zurück. Der Entwurf von Kinga Kin, Architektin bei mode:lina, nimmt typische Elemente des Konditorhandwerks auf und überträgt sie in Material, Oberfläche und Raumstruktur.
Appetitliches Erfolgsrezept
Ausgangspunkt für die Innenraumgestaltung des gerade einmal 25 Quadratmeter großen Verkaufsraums die Auseinandersetzung mit klassischen Details der Konditoreikunst. Spritzränder aus Creme wurden in Stuckprofile übersetzt, Zuckerguss in glänzende Oberflächen, Gelee in geriffelte Glasbausteine. Zusammengehalten wird die Vielzahl an Dekorelementen durch eine konsequente Farbentscheidung: Wände, Decke, Möbel und Stuck sind vollständig in einen warmen Rosaton getaucht. Die Monochromie schafft Ruhe, lässt Materialien und Oberflächen stärker hervortreten und verleiht dem kleinen Raum eine überraschende Geschlossenheit.
Schicht für Schicht
Im Zentrum steht ein langer Verkaufstresen mit integrierter Kuchenvitrine. Er strukturiert den Raum und lenkt den Blick auf das Wesentliche: die Törtchen, Cupcakes und Macarons. Der Sockelbereich besteht aus Glasbausteinen, die unterschiedlich gemustert sind und daher im Licht verschiedene Reflexionen erzeugen. Der Effekt ist subtil und verleiht der Theke eine besondere Präsenz.
Der Grundriss unterstützt diese Lesart, denn der Tresen liegt direkt gegenüber des Eingangs und macht die Auslage zum Fokus. Boden und Arbeitsfläche aus pink-schwarz gesprenkelten Terrazzo-Fliesen erinnern an zerbröselte Schokolade und bringen grafische Spannung in das ansonsten ruhige Farbfeld. Hinter dem Verkaufsbereich, abgetrennt durch eine Wand aus Glasbausteinen mit unauffällig in den Wänden integrierten Türen, verbirgt sich die Backstube.
Süße Details, klare Struktur
Auch in den kleinen Gestaltungselementen bleibt das Patisserie-Thema präsent. Stuckgesimse umlaufen Wände und Decke wie dekorative Tortenränder, Möbelbeine greifen die Form kleiner Zuckerkugeln auf. Die Tischplatten an den Fenstern folgen einer sanften Wellenlinie, die an Tortendekor erinnert. In Summe ist das Interior ein gelungener Mix aus verspielten und stringenten Elementen, etwa den Raster-Strukturen, die durch die Glasbausteine entstehen.
Die Beleuchtung setzt die Gestaltung fort. Tagsüber modelliert natürliches Licht die Reliefs der Stuckelemente und die Textur der Oberflächen. Abends wird das Cake Studio durch einen Neon-Schriftzug erhellt, dessen weich gezogene Linien an mit Zuckerguss geschriebene Buchstaben erinnern.
mode:lina und die Architektur der Patisserie
Das Projekt steht exemplarisch für die Haltung von mode:lina, Architektur als Erfahrungsraum zu begreifen. Das Team erklärt: „Wir inspirieren uns gegenseitig und fördern das Aufeinandertreffen von Widersprüchen und dem Nicht-Offensichtlichen. Wir wollen überraschen und überrascht werden – das bringt uns weiter.“ Im Bez Rodzynek Cake Studio wird dieser Anspruch räumlich greifbar: als Interior, das Patisserie-Kunst spürbar macht – präzise dosiert, klar komponiert und mit Freude am Experiment.
FOTOGRAFIE Patryk Lewiński
Patryk Lewiński
| Design Team: | Kinga Kin, Pawel Garus, Jerzy Woźniak |
| Fertigstellung: | November 2025 |
| Größe: | 25 m2 |
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