Projekte

Shades of Grey

Schräge Linien und Farbverläufe prägen diesen Coworking-Space in Barcelona.

von Nina C. Müller, 02.09.2015

Ein altes, 300 Quadratmeter großes Industrieloft aus den 1970er Jahren dient heute als weitläufiger Coworking-Space für ein Architektenteam aus Barcelona und deren Partner. Mit diagonalen Linien, schiefen Ebenen und schräg verlaufenden Farbflächen löste das Team von Nook Architects die Strenge des Raumes auf und zeigt, wie trotz Asymmetrie der Haussegen gerade hängt.

„Ein ganzes, langes Jahr haben wir nach einer geeigneten Bürofläche gesucht“, so die Architekten von Nook, die sich schon zahlreiche Apartments und Gebäude angesehen hatten – leider ohne Erfolg. Als sich plötzlich die Gelegenheit auftat, mit einem gut bekannten Kunden einen Coworking-Space zu gründen, war die Entscheidung schnell getroffen. Doch ebenso schnell – nämlich innerhalb von nur drei Monaten – mussten sie ein Gestaltungskonzept entwickeln, einen Kostenplan erstellen und die Bauarbeiten betreuen.

Alle guten Dinge sind drei
Im Viertel Poblenou im Nordosten der katalanischen Metropole wurden sie schließlich fündig. Das Trio entschied sich für ein, für die industriell geprägte Gegend typisches, großzügiges Loft mit einer vollständig verglasten Front, Betonpfeilern und Balken. Vollkommen frei von Abtrennungen und Wänden, waren es lediglich die tragenden Säulen, die die 300 Quadratmeter große Fläche in drei Teile gliederten. Die Architekten nutzten sie für die Einteilung in unterschiedliche Zonen zum Arbeiten, für Besprechungen und als Gemeinschaftsbereiche.

Von wegen schief gewickelt
Schnell bemerkten die Planer aber auch die Herausforderungen, die der fixe rechtwinklige Grundriss barg. Eine Achse war schmaler als die anderen, was das Vorhaben zweier gleichwertiger Bürobereiche erschwerte. Außerdem wies der Raum dadurch eine gewisse Strenge auf. Ihre Lösung für einen entspannteren Gesamteindruck und die Integration unterschiedlicher Funktionsbereiche lag in drei neu integrierten Volumen, die nun zwei Meeting-Räume wie auch die Toiletten beherbergen. Diagonal auf der Fläche ausgerichtet, lockern sie das Raumgefüge auf. Zugleich bieten sie im Inneren wie auch in den entstehenden Zwischenräumen Orte des Rückzugs für Besprechungen und konzentriertes Arbeiten.

Guckkasten
Ursprünglich als einfache kubische Form geplant, schrägten die Architekten die Ecken der Einbauten im Laufe des Entwurfs leicht ab und verliehen ihnen so eine asymmetrische Form, die sich bis weit unter die Decke erstreckt. „Für die opaken Rückwände wie auch die Arbeitstische wählten wir eingefärbte Spanplatten, die nicht nur in großen Formaten verfügbar, sondern auch langlebig sind“, so die Planer. Die bodentiefen Verglasungen lassen das Tageslicht bis in den Bereich der Nasszellen – wo sich Spiegel und Waschbecken befinden – durchdringen. Die Meeting-Räume, die zur Hälfte mit Fensterflächen versehen wurden, ermöglichen mit der transparenten Gestaltung zudem Blickbeziehungen zur Umgebung. Katalanische Kontraste
Die übrige Möblierung lebt von Gegensätzen aus geradliniger Büroausstattung und Objekten im Mid-Century-Stil. Auch farblich setzten die Katalanen auf Gegensätze: Während sie die neu integrierten Volumen in leuchtendem Gelb hielten, setzten sie im Umraum ein eher dezentes, aber nicht weniger durchdachtes Farbkonzept um. So wählten sie für die Böden drei unterschiedliche Grautöne, die sich als Farbverlauf durch das Interieur ziehen. „In Fassadennähe erhielten sie den dunkelsten Ton, am Eingang auf der gegenüberliegenden Seite den hellsten“, so Nook Architects. Indem die grauen Flächen die diagonalen Linien der Meeting-Räume aufnehmen, gelingt den Architekten auf subtile Weise, das ursprüngliche Raummuster aufzulösen und die enorme Bürofläche in eine abwechslungsreiche Einheit zu verwandeln.

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