Projekte

Italienische Privilegien

Einleuchtendes Zusammenspiel: Bei Eataly Monaco di Baviera übernahm Artemide die Lichtregie.

03.05.2016

In einer stillgelegten Vermuth-Fabrik in Turin, in der Nähe des ersten Hauptquartiers des Automobilherstellers Fiat, beginnt Eatalys Geschichte. 2007 eröffnete Oscar Farinetti dort mit der Vision, die traditionelle Qualität italienischer Küche in einem neuartigen Vertriebskonzept zu vermitteln, die erste Filiale seiner heute international bekannten Feinkostkette. Seit Ende letzten Jahres beherbergt eine ehemalige Getreidehalle unweit des Viktualienmarktes in München den ersten deutschen Ableger. Seine Raumgestaltung setzt mit subtiler Beleuchtung Auslagen, Restaurants und Kochschule effektvoll in Szene.

„Essen ist ein Privileg der Italiener“: Wer das Eataly Monaco di Baviera in der historischen Schrannenhalle neben dem Viktualienmarkt betritt, durchlebt nahezu wortwörtlich den Sinn des volkstümlichen Sprichworts. Auf einer Fläche von insgesamt 5.630 Quadratmetern bietet sich ein Ausblick auf ein Sortiment hochwertiger italienische Spezialitäten in einer marktähnlichen Atmosphäre. Neben Feinkostareal, Enoteca und Kochschule finden sich zahlreiche Verkaufstische: Schinken baumelt über einem Panorama diverser Käsesorten, Pasta wird von Hand geknetet, aus Käsebruch Mozzarella hergestellt sowie Focaccia und Brot im Holzofen gebacken – und in Weidenkörben präsentiert.

Ganzheitliches Konzept
Den verschiedenen Theken sind Bars zugeordnet, in denen die jeweiligen Produkte verköstigt werden können. Darüber hinaus bieten mehrere hauseigene Restaurants verschiedene, weniger bekannte regionale Spezialitäten, womit das kulinarische Konzept allein über sämtliche vorherrschenden Klischees der italienischen Küche erhaben ist. Ganz im Gegenteil, im Eataly wird die italienische Lebenskultur mit Slow-Food zelebriert und ein tradiertes Bewusstsein guten Geschmacks hochgehalten.

Das ganzheitliche Konzept spiegelt sich auch im geschlossenen Designauftritt des piemontesischen Architekten Carlo Piglione wieder, der den unterschiedlichen Marktzonen, Verkaufstischen und Gastronomiebereichen eine gemeinsame Identität verleiht und das Innere der Eisen-Glashalle lichtdurchflutet und unverbaut durchscheinen lässt. Neben der Raumgestaltung mit zurückhaltenden, aber eleganten Einrichtungselementen wurde ein besonderes Augenmerk auf die facettenreiche Lichtsetzung des Komplexes gelegt, für deren Part Artemide die Regie übernahm.

Einleuchtendes Zusammenspiel
Im Vordergrund der Planung stand ein umfassendes Lichtkonzept. Dabei werden einzelne Bereiche präzise ausgeleuchtet, wie der Marktbereich, der durch die optimale Farbwiedergabe der hierfür angebrachten Picto-Spots effektvoll in Szene gesetzt wird. Die langen Auslagen der Restaurants und ihre Spezialitäten hingegen werden von den Pendelleuchten Nur Mini erhellt, die Tische von den Pendelleuchten Eggboard, die mithilfe ihrer äußeren Textur aus nachhaltig recyceltem Polyester zusätzlich die Geräuschkulisse des von viel Glas und Eisenstützen charakterisierten Raums minimieren sollen.

Für die allgemeine Raumbeleuchtung fiel die Wahl auf das Model 1618 der Pendelleuchtenserie Nur, das für eine großflächige und gleichmäßige Ausleuchtung des Ortes zum Einsatz kommt. Um die erwünschte Stimmung zu erhalten, wird der Tagesablauf unter dem Einsatz unterschiedlicher Lichteffekte choreographiert. Die Lichtplaner von Artemide besannen sich dabei auf eine Unterteilung  in verschiedene Zonen, deren Ambiente entsprechend betont werden kann.

Inszenierter Lichtverlauf
Eine besondere Lösung war für die Restaurants in den Abendstunden gefragt, die auch noch nach Ladenschluss geöffnet sind. Um 20 Uhr dimmt die Beleuchtung  im Feinkostareal ab und lässt lediglich die Gastronomiebereiche hell erleuchten. Pendelleuchten der Serie Mouette illuminieren den Zentralbereich und das für besondere Anlässe offene Zwischengeschoss. Im Feinschmeckerrestaurant Adriatico von Lucio Pompili, das sich auf einem zweiten Zwischengeschoss befindet, sorgen die mundgeblasenen Deckenleuchten Empatia, die wie Lichtblasen unter dem Deckengewölbe schweben, für eine angenehme Stimmung. Die Leuchtenkörper, jede für sich ein Beispiel venezianischer Glashandwerkskunst, gehen stimmig mit dem Ort einher, denn sie folgen dem gleichen Leitgedanken wie dem Eatalys: lokale Tradition mit einer zeitgenössischen Note neu zu beleben und einen Hauch Italien in die Welt zu portieren.

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