Projekte

Wer im Glashaus schläft

Eine gewagte Wand im Appartement von Kristina Pickford

von Anne Meyer-Gatermann, 30.04.2018

Panoramablick aufs Bett: Innenarchitektin Kristina Pickford hat ein historisches Appartement in Auckland eingerichtet. Dafür wählt sie eine gewagte Glaswand und offen sichtbare Rohre mit dem modularen USM System.

Der Ausblick ist verlockend: Während Kristina Pickford auf der Tastatur tippt, sieht sie durch eine Glaswand auf ihr Bett. Auch Besucher auf dem Sofa können sehen, ob die Gastgeberin heute die Laken geordnet hat. Aber Pickford hat nichts zu verbergen: Das Appartement, das sie für sich und ihren Mann in Downtown Auckland eingerichtet hat, ist selbstverständlich bis ins Detail durchkomponiert. Kühn ist es dennoch, dass sie das Schlafzimmer vom Wohnbereich mit einer Glaswand trennt.

Die Innenarchitektin hat das Apartment in einem historischen Gebäude in Auckland entkernt, um behutsam die historische Struktur der Räume wieder zum Vorschein zu bringen. Gebaut wurde das Dilworth Building, in dem sich die Wohnung befindet, zwischen 1925 und 1927 von den Architekten William Gummer und Reginald Ford. Das Duo gehörte zu dieser Zeit zu den renommiertesten Architekten Neuseelands.

Mit der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude hat die Architekturhistorikerin Erfahrung: Nach einem verheerenden Erdbeben in Christchurch im Jahr 2011, hatte sie einige Altbauten, die dabei verwüstet worden waren, restauriert.

In ihrem Dilworth-Appartement hat sie unter anderem ein Wasserrohr als Gestaltungsmittel integriert. Aus sorgfältig ausgewählten Möbeln, Kunst- und Dekorationsobjekten hat sie ein Zuhause mit leichter Eleganz und Wärme komponiert.

Die historische Struktur der Räume akzentuiert sie mit Designklassikern. Deshalb hat sie für das Bücherregal, den Schreibtisch und Stauraum im Schlafzimmer das USM Möbelbausystem Haller gewählt. „Der Modul-Charakter harmoniert wunderbar mit der standardisierten Säulen- und Balken-Struktur des Appartements“, begründet Pickford ihre Wahl gegenüber dem Magazin Home NZ. Sie schätze das zeitlose Design, das Rationalität und Funktionalität spiegelt.

Einige Stücke hat Kristina Pickford aus ihrem vorherigen Heim mitgenommen. Unter anderem einen Hocker aus der Fan-Leg-Serie von Artek, ein Entwurf des finnischen Architekten Alvar Alto aus dem Jahr 1954. Sie gesellt ihn zu einem breiten Rohr, das sich in eine Ecke schmiegt und hängt darüber die Skulptur eines Reisenden in Rückenansicht – das ergibt ein überraschend leichtfüßiges und stimmiges Ensemble. Dieser Stil zeichnet die gesamte Einrichtung aus: von der seltenen Pflanze über die schwarze Küche bis hin zur schlichten Schreibtischleuchte.

Vorher wohnte Pickford mit ihrem Mann in einem Haus, das Architekt Sir Miles Warren Mitte des 20. Jahrhunderts entworfen hatte – ein Klassiker des Modernismus mit getrimmten Rasen in einem Vorort von Christchurch. Mit umgezogen ist auch das Gemälde eines grimmigen Poseidons, der sich in die Einrichtungs-Komposition dieser Stadt-Residenz stilsicher einfügt – wenn auch scheinbar widerwillig.

Links

USM

Das USM Möbelbausystem Haller wurde zwischen 1962 und 1965 entwickelt. Der bekannte Klassiker wird in der Bürowelt, in öffentlichen Bauten wie auch im privaten Bereich eingesetzt. Die Ende 2001 erfolgte Aufnahme in die Design-Sammlung des Museums of Modern Art MoMA in New York (USA) ist eine hohe Auszeichnung und bestätigt den Kunst-Charakter des Produkts.

Zum Showroom

Produkte von USM

Alle Produkte ansehen…

Innenarchitektin

Kristina Pickford

www.kristinapickford.com

Mehr Projekte

Australisches Strandhaus

Anbau in Fremantle von David Barr Architects

Storytelling in Taiwan

Vom Regenbogen inspiriertes Apartment von NestSpace Design

Lichtblick in London

Umbau eines viktorianischen Reihenhauses von Oliver Leech

Authentische Architektur

Ferienhaus von Studio Dreamer im australischen Busch

Gläsernes Literaturhaus

Erweiterungsbau von Sibling Architecture in Sydney

Moderne Traditionen

Ferienhaus von K-Studio auf Mykonos

Wohnungstausch in Barcelona

Umbau eines Einfamilienhauses von Raúl Sanchez

Betonbau mit Persönlichkeit

Zweitwohnung des Architekten Przemo Łukasik in Warschau

Bad mit Autobahncharme

Minimalistischer Umbau eines Apartments von DIALECT in Antwerpen

Kontrastreiche Farbspiele

Extravagantes Apartment von Studio Plutarco in Madrid

Wohnen wie im Showroom

Elegant minimalistisches Apartment von Rina Lovko in Kiew

Mexiterranes Apartmenthaus

Subtiler Umbau von Fino Lozano in Guadalajara

Unsere feine Farm

Landhaus in Sussex mit überraschend urbanem Interieur

Inside-Out in Brasilien

Schwebende Villa in den Hügeln von Rio de Janeiro

Mailänder Refugium

Umbau einer Dachgeschosswohnung von Elena Martucci

Vertikales Minihaus

Umbau von Kohan Ratto Arquitectos in Buenos Aires

Ganzheitliches Gewölbe

Anbau in Kuala Lumpur von Fabian Tan

Le Corbusier trifft Maya-Pyramide

Einfamilienhaus von Ludwig Godefroy im mexikanischen Mérida

Im Herzen des Dschungels

Urlaubsensemble von Formafatal zwischen Küste und Tropenwald

Vorhang auf in Bilbao

Umbau vom spanischen Architekturbüro AZAB

Imperfekte Schönheit

Eine wohnliche Verwandlung im Amsterdamer Grachtenviertel 

Treppe wird Raum

Umbau eines Reihenhauses in London von Fraher & Findlay

Moderne Ruine

Brutalistischer Umbau in Ecuador von Aquiles Jarrín

Mexikanischer Minimalismus

Wochenendhaus in Avándaro von Hector Barroso

Garage mit Aussicht

Kompaktes Apartment in Barcelona von Barbara Appolloni

Umbau in Islington

Lichtes Reihenhaus von Christine Ilex Beinemeier und Lia Kiladis

Manhattans Dächer

In einem Penthouse machen Daniel Schütz und Georg Windeck die bulthaup Küche zum Zentrum

Ein Haus wie eine Filmkulisse

Holzhaus in Genf von Daniel Zamarbide

Schön Schräg

Dachgeschoss in Bilbao von Architekturbüro AZAB

Musik in der Scheune

Umbau von Sigurd Larsen bei Essen